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Deutschland und das uebrige Europa : Handbuch der Bodens-, Bevölkerungs-, Erwerbs- und Verkehrs-Statistik; des Staatshaushalts und der Streitmacht / in vergleichender Darstellung vom Dr. Freih. Fr.W. v. Reden
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Landheer und Kriegsflotte in Europa.

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Schifbau. Vor zehn Jahren wurden diePomone und derChaptal als erste Schraubenschiffegebaut. So hatte man eine Fregatte und eine Korvette von dem gemischten System, das siehbald des Segels, bald des Dampfs bedienen kann; aber bald gedachte man Linienschiffe dieserArt :u erbauen undJean Bart undAusterlitz wareu die ersten. Allein da man auch, wasvon altern Segelschiffen vorhanden ist, benutzen wollte, so machte man zuerst an demCbarle-magre, hernach demEylau den kühnen Versuch, der vollkommen gelang, ein Linienschiffentzveizuschneiden, um es zu verlängern und in der Mitte den für die Bewegungsmaschinenöth.gen Platz anzubringen. So konnte man den Linienschiffen ihre ganze mächtige Artillerielassen und doch die Schnelligkeit ihres Gangs vermehren. Seit achtzehn Monaten ist dieses Ver-fahren zu wiederholtenmalen in Anwendung gekommen, derNapoleon, das schönste Schiff,das roch je die Meeresfluth getragen, ist bereits im Dienst, undla Bretagne,ITmperial,1'AicoIe,lAlgesiras,lIntrepide undle Redoutable befinden sich auf den Werften. Dieansstrdem ausgerüsteten Schraubenlinienschiffe sind:Montebello,Charlemagne,AusterlitzundJean Bart. Neun andere, deren Umgestaltung in Arbeit ist, sindDuquesne,Tour-ville,Annibal,Wagram,Ulm,Fleurus,Navarin,Eylau,Souverain, und wie derNajolöon das Modell der Linienschiffe ist, so soll die in Toulon im Bau begriffeneImpera-trice Eugenie mit einer'Schraube von 800 Pferdekraft, das Vorbild der grossen Fregatte sein,nach welchem dieImpetueuse,Foudte undSouveraiue gegenwärtig gebaut werden. Nachdem Bericht vom 18. Okt. war die Zahl der ausgerüsteten Fahrzeuge von 1852)53 161. DieseSchife werden tlieils im Hafendienst, theils in Algerien und in den Kolonien, theils zur Be-sckülzuug der Seefischereien, zu verschiedenen Stationen und den zwei Evolutionsgeschwadern imMittdmeer und der Manche verwendet. Die Hauptstationen der Französischen Marine sind: dieLevaite, Lissabon, Kadiz und Marokko, Tunis, Island, die Englischen und Schottischen Küsten,Neufundland, die Antillen, Hayti und Mexiko, Brasilien und la Plata, der stille Ozean, Reunion,die irdisch-chinesischen Gewässer, die westafrikanischen Küsten u. s. w. Die beiden Evolutions-gesclwader sind also zusammengesetzt: 1) das des Ozeans:Montebello von 120 Kanonen,Hersules von 100 Kanonen,Austerlitz von 100 Kanonen,Jean Bart von 90 Kanonen,Napole'on von 90 Kanonen (im Augenblick dem Mittelmeergeschwader zugegeben),Duguesclinvon 10 Kanonen (ausserHercule und Duguesclin sämmtlich mit Schrauben); die FregattenPomone von 40 Kanonen und 220 Pferdekraft (Schraube) undKaffarelli von 6 Kanonenund ISO Pferdekraft, die, KorvettenPrimanguet undRoland, je von 6 Kanonen und 400Pferdekraft. 2) Das des Mittelmeers:Friedland von 120 Kanonen,Valmy von 120 Kano-nen,Ville de Paris von 120 Kanonen,Henri IV von 100 Kanonen,Bayard von 90 Ka-nonei,Jena von 90 Kanonen,Jupiter von 90 Kanonen,Charlemagne von 90 Kanonenmit Schraube von 450 Pferdekraft,Mogador von 16 Kanonen und 650 Pferdekraft,Magellanund ,Sane je von 14 Kanonen und 450 Pferdekraft,Caton von 4 Kanonen und 260 Pferde-kraft. Mit diesem Geschwader vereinigt ist die Schiffsabtheilnng der Levante:Gomer von 20Kancoen und 450 Pferdekraft,Chaptal von 6 Kanonen mit Schraube von 220 Pferdekraft,Herrn von 2 Kanonen und 200 Pferdekraft,Narval von 2 Kanonen und 160 Pferdekraft,Aja<cio von 2 Kanonen und 120 Pferdekraft,Serieuse, Korvette, von 30 Kanonen, ,,Mer-cure Brigg, von 20 Kanonen. Ein Linienschiff ersten Rangs stellt einen Werth von 2,939800 Fr.dar, ind seine jährliche Unterhaltung auf dem Kriegsfuss kostet 1,332631 Fr. Eine Segelfregatteerster Rangs ist 1,412000 Fr., eine entsprechende Dampffregatte (650 Pferdekraft) 2,121500 Fr.wertl, und der jährliche Aufwand bei der einen ist zu 668190, bei der andern zu 860220 Fr.angeschlagen. Ein Schiff wie derNapoleon kommt auf 3,916000 Fr. Eine Pferdekraft kostetim Dirchschnitt 1250 Fr.