Italienische Staaten.
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— Ueber die Bewaffnete Macht enthält die sehr empfehlenswerte Schriftvon Neigebaur, „Die Insel Sardinien, Leipzig 1853“ von Seite 180 an einenAbschnitt; auch Hirtenfeld a. a. Ö. S. 312. — Stand derPiemontesischenMarine nach den Anlagen des Budgets fiir 1855: 4 Fregatten: „Des Geneys“(44 Kanonen), „San Michele“ (42), „Beroldo“ (44), „Euridice“ (32). — DreiKorvetten: „Aquila“ (18), „San Giovanni“ (32), „Aurora“ (12). Drei Brigan-tinen: „Eridano“ (16), „Colombo“ (16), „Daino“ (8). Zwei Gabarren: „Staffetta“(12), „Azzardose“ (8). — 1 Kourierschiff (1), „Celere“. — Drei Dampffregatten:„Custituzione“ (10), „Governolo“ (12), „Carlo Alberto“ (51). „Carlo Emanuele“im Bau. Drei Dampfbrigantinen: „Tripoli“ (5), „Malfatano“ (5), „Monzambano“(6). Drei Postdampfer: „Gulnara“ (2), Ichnusa“ (3), „Authion“ (1). Zusammen23 Kriegsschiffe.
14. Grossherzogthum Toskana.
Das Budget fiir 1854 ist im Dezbr. 1853 verkündet zu 35,307400 Lirein der Einnahme und 37,03?500 Lire in der Ausgabe; das Defizit sollte durchVeräusserung von 1,730100 Lire Schuldscheine gedeckt werden. Von dem Aus-gabebedarf kamen auf: das Ministerium des Innern 2,750600, Gnaden- undRechtspflege 3,417400, Krieg 7,629600, ausw. Angel. 256300, öffentl. Unter-richt 858500, geistl. Angelcg. 805100, Finanzen u. s. w. 21,239700 Lire.
15. Herzogthum Parma.
Die Finanzverwaltung dieses Staats war bekanntlich unter der Regierungdes am 26. März 1854 ermordeten Herzogs Karl III. höchst schlecht. Fast alleeinträglichen Erwerbszweige wurden monopolisirt oder an Günstlinge verliehen;der unnöthigen Ausgaben wurden immer mehr, z. B. für unverhältnissmässigviel Militär. Die jetzige Regentin hat diesen Uebeln abzuhelfen gesucht, so weitin ihrer Macht stand, allein sie bedurfte auch dazu ausserordentlicher Geldmit-tel und hat deshalb das vom verstorbenen Herzog angeordnete Zwangsanlehenin ein freiwilliges Unterzeichnungsanlehen von 2,000000 Lire verwandelt; welcheuntergebracht zu sein scheinen.
16. Herzogthum Modena. — Nichts.
17. Kirchenstaat.
Der Kirchenstaat scheint durch das Verhängniss betroffen, einem Chaosvon finanziellen Sünden , volkswirtschaftlichen Irrthümern früherer Zeit, sich nichtentwinden zu können; ungeachtet der redlichsten Bestrebungen der jetzigen Re-gierung. Denn weder die seit einigen Jahren arbeitende Finanz-Konsulta, nochder Ende 1853 errichtete Consiglio permanente di liquidazione, welcher Erpar-nisse Vorschlägen soll, haben bis jetzt eine Ordnung der Verhältnisse bewirkenkönnen; ja, es ist nicht einmal den dringendsten Verlegenheiten abgeholfen. Dassman Arbeit und Mühen nicht gescheut hat, bezeugen manche (mir vorliegende)amtliche Aktenstücke, z. B. die neuen Handelstafeln (z. vergl. oben S. 736);dann die sehr ausführlichen Budgetbearbeitungen ( Bilanzio generale delle Ren-dite e Spese, Roma 1847; Bilanzio generale della publica Amministrazione,