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Adhäsion
wird das Cold so fest, dafs es sich nicht wegwischen , unddurch gewöhnliches Reihen nicht wegbringen läfst
Der Erfahrung nach kann man ferner «als gemeines Ge-setz aufstellen, dafs alle tropfbare Flüssigkeiten allen festenKörpern mit einer Kraft anhängen, welche dem Untcr-schiedc der Anziehung ihrer Thcile zu einander und zu denfesten Körpern proportional ist z . Ist die Anziehung derTheile einer Flüssigkeit unter sich stärker als gegen festeKörper, so werden sie sich zu runden Kugeln vereinigen,z. B. Quecksilber auf Glase, Wasser auf Bärlapsnamcn (se-men lycopodii) , die Thautropfen auf den Blättern u. dgl. m.Die absolute Stärke der Adhäsion tropfbarer Flüssigkeitenzu festen Körpern ist sehr grofs, läfst sich aber (Icssregctinicht genau messen, weil die einzelnen Theile derselbenüber einander liinglciten, und hierdurch aus der Sphäre derstärkeren Anziehung gerückt werden. Indefs überzeugtinan sich von der bedeutenden Kraft der Anziehung, welchedie Bestandteile der Flüssigkeiten unter und gegen einanderausüben, und hierdurch zugleich von der Kraft der Adhä-sion an feste Körper durch einen interessanten Versuch.Wenn man auf eine ebene Spiegelscheibe eine Menge Queek-silbcrkügelchcn von möglichst gleicher Gröfse bringt, eineandere ebene Spiegelscheibe darauf legt, und diese mit Ge-wichten beschwert, so werden die Kügelchen stets platterwerden. Nimmt man aber von den Gewichten weg, sonehmen die platten Kügelchen allmälig ihre runde Gestaltmit Ucbcrwindung des mechanischen Widerstandes wiederan 1 2 3 . Diese Kraft der Anziehung der einzelnen Bestand-teile mufs aber durch die Stärke der Anziehung zu denje-nigen Körpern überwunden werden, welche sie benetzen.Wenn daher gewisse feste Körper durch gewisse tropf-bare Flüssigkeiten nicht benetzt werden, z. B. Fett durchWasser, Eisen durch Quecksilber u. s. w.; so folgt hierausblofs eine überwiegende Stärke der Anziehung der einzelnenTheile dieser Flüssigkeiten gegen einander, welche die An-ziehung zu den festen Körpern scheinbar völlig auf hebt,
1 Robisou Mech. Phil. I. 233.
2 Young in Phil. Tr. l8o5. I. 84.
3 Ilobison Sjstem of Mech. Phil. I. 235.