Band 
Erster Band. A und B.
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191
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flüssiger und fester Körper, 191

Dieser Erscheinung ähnlich sind zwei andere. Wenn«ich nämlich im Cefäfse A eine die Wände benetzende Fiü.s-Fig,sigkeit, es sey Wasser in einem reinen Glase, befindet?, 31.welche daher an den Seiten desselben aufsteigt, und man legtauf dieselbe eine hohle Glaskugel; so wird diese zwar in derMitte ruhen, sobald sie aber in die Nahedcs Randes kommt, sichmit beschleunigter Geschwindigkeit demselben nähern, undhörbar daran schlagen. Man sieht bald, dafs die Anziehung desWassers dieses bewirkt, welches an derjenigen Seite, wohin sichdas Kügelchen bewegt, höher steht, z. B. bis g, an der ent-gegengesetzten bis li, und wenn man annimmt, dafs dieKraft, wodurch das Kügelchen nach a, und diejenige, wo-durch es nach b sollicitirt wird, der anziehenden Wasser-fläche proportional sey, so kann man ihr Vcrhältnifs nahe= nm 2 : cm ~ setzen, woraus die Beschleunigung dcir Be-wegung bei gröfscrcr Annäherung zum Rande leicht erklär-bar wird. Schwimmen zwei Körper auf dem Wasser,W'clclie beide durch dasselbe benetzt werden; so w r crdcn siesich mit einer dem Quadrate der Entfernung umgekehrt pro-portionalen Kraft anziehen 1 . Ist dagegen die Adhäsion derFlüssigkeit zum Gefäfse oder zum Kügelchen aufgehoben,z. B. durch Fett oder seinen lycopodii, bei Quecksilber,oder wenn das Wasser bei überfülltem Gefäfse eine convexeFläche bildet, so w’ird das Kügelchen aus gleichem GrundeFig.vom Rande abgestofsen werden. Es folgt hieraus zugle ich, 3dafs zw'ci oder mehrere Kügelchen einander anziehen, odereinem eingetauchten Stäbchen folgen, und ähnliche Erschei-nungen 2 ,

Eine ganz sinnreiche Anwendung der Adhäsion des Was-sers an feste Körper, insbesondere rauhe Seile, gab Ver-anlassung zur Erfindung der bekannten Vera’sehen Seilma-schine , deren hier gelegentlich gedacht werden kann , wenngleich eine genauere Prüfung in die praktische Maschinen-lehre gehört. Vera zeigte 1780 der pariser Akademie einModell dieser seiner Erfindung, welche von den prüfenden

1 Young in Phil. Tr. i 8 o 5 . I. 78.

2 Godard in J. de Ph. 1779. p. 473 , vorzüglich Giiyton de IMor-veau in Me'm. de l’Acad. 1787. p. 5 o 6 .