286
Amalgam«,
Elektrisches Amalgama; Amalgama electri-cum ; Amalgame electrique ; Amalgam / nennt mandiejenige Verbindung der Metalle mit Quecksilber, -welcheman auf die llcibzcuge der Elektrisirniaseliinen aufträgt, umihre Wirkung zn verstärken. Indem es liier nicht der Zweckist, auf die Theorie der elektrischen Erscheinungen einzu-gehen, und hieraus den Einllufs der verschiedenen Amalgameherzuleiten, so kann nur die Beschaffenheit der gebräuch-lichsten unter ihnen nebst der Art, sic zn bereiten und aufdie Beibzeuge aufzutragen, angegeben werden.
Dasjenige Amalgama , dessen man sich ehemals am mei-sten bediente, bestand blofs aus einer Verbindung von Queck-silber und Zinn. Gewöhnliche Spiegelfolie von alten Spie-geln konnte daher dazu verwandt werden. Sonst bereitetemau dasselbe, indem man Staniolstreifen mit Quecksilber ineinem Mörser .zu einem möglichst consistentcn Teige zerrieb,oder das Zinn schmolz, dann die gehörige, nicht durchausgenau bestimmte, Menge Quecksilber zusetzte, und die Massegleichfalls in einem eisernen Mörser zerrieb. Einige setztenKreide hinzu, welche aber durchaus keinen Nutzen bringt,und nebenbei wegen der enthaltenen Kieselerde die Politurdes Glases angreift. IIiggins 1 scheint zuerst statt des ZinnsZink genommen zu haben, welches er mit vier Theilcn Queck-silber vereinigte. Adams 1 nennt zwei Arten Amalgame, dieeine aus fünf Th. Quecksilber und einem Th. Zink zusam-mengesetzt, die andere aus blofscin Musiv-Golde (aurummusivum, Doppelt-Schwefelzinn) bestehend. Man hielt esfür besser, dasselbe mit etwas Schweineschmalz auf Lederaufzutragen, und damit das Glas der Maschinen vor demGebrauche stark einznreiben, auf die Reibzeuge selbst aberunmittelbar nichts aufzutragen. Geschah Letzteres aber we-gen der 1 ängeren Dauer der Wirkung, so setzte man deinAmalgama aus Zink oder Zinn und Quecksilber etwas fein ge-riebene Kreide oder Spanische Schminke (Spanisches Weifs;
1 Pb 11 . Tr. 1778. P. II. n. 38 .
2 Essay ou Electricity Loml. 178*. 8. p. 27. %