Theorie.
317
nach der Brechung Unter verschiedenen Winkeln in die-ses eintreten, so wird die Länge der Anwandlungen grös-ser, und zwar so, dafs man diese Länge durch = i. See. r.Sec. u ausdriieken kann, wenn i die Länge der Anwand-lungen fiir senkrechte Strahlen, r den Brechungswinkelund u einen Hiilfswinkel bedeutet, fiir welchen Sin. u
5 —^
—Sin. r ist, wo nämlieli — das Verhältnis
lOl) n
des Sinus ist für den Einfallswinkel im ersten Medio zu demSinus des Brechungswinkels im zweiten Medio. DieseErfahrungsregel ist aus den Versuchen No. 5. abgeleitet.
15- Eine Schwierigkeit scheint bei dieser Erklärung übrigzu bleiben. Werden nämlich die Liclittheilchcn beimEintritt in die dünne Luftschicht, (die ich als Beispielstatt aller andern Fälle erwähne) in einen solchen Ziu-stand versetzt, dafs sie in der Entfernung = i, wenn siodort eine brechende Fläche antreflen, znrückgcworfcnwerden , so müfsten sie, scheint es, alle zurückgeworfeuwerden; nun aber ist diese Zurückwcrfüng nie so voll-ständig, sondern einige Lichtstrahlen werden dennochdurchgelasseu; es sollte also billig ein Grund hie für an-gegeben werden. Newton hat hiefiir keine Erklärunggesucht, Biot aber behandelt diese Frage umständlichSeine Meinung, dafs nicht alle Lichtthcilchen beim Ein-tritt durch die erste brechende Fläche sich in dem An-fänge einer Anwandlung befänden, scheint mir indefs nichtrecht passend, indem die Wirkung (wie cs mir scheint,)ganz wcgfiele, wenn es Lichtthcilchen gäbe, die dort inallen möglichen Abstufungen von dem Zustande, den wirden Anfang einer Anwandlung genannt haben, entferntwären. Aber schon die nicht im allerstrengsten Sinnemathematisch genaue Form der Oberflächen müfste wohleinige Verschiedenheit in der Reflexion hervorbringen,da, sobald man die Körper als porös betrachtet, wohlimmer neben den Puncten, die 4 Milliontel Zoll Abstandhaben, andre liegen mögen, die nur 3 Milliontel Abstand
J Traite IV. t)4.