Anwandlungen,
den, ■würden liier absorbirt, Wichtiger ist der zweiteEimvurf, dafs zwei unter sehr kleinem Winkel gegeneinander geneigte Ebnen keine solche Modification her-vorbringen. Legte man ein Glas, dessen eine Seite cy-lindriscli geschliffen war, auf ein ebenes Glas, so dafs diecylindrische Fläche von der Ebne berührt wurde, sozeigten sich farbige, gerade Streifen, ganz analog denRingen; aber wenn man zwei ebene Gläser anwandte, unddiese unter einem höchst kleinen Winkel gegen einandergeneigt, an der einen Seite in Berührung brachte, sozeigte sich keine Farbe 1 . Dieser Versuch würde sehrwichtig scyn, wenn er völlig unbczweifelt richtig wäre ;aber Hcrschel erregt selbst einen Zweifel, indem er er-zählt, er habe einmal zwei ebene Glasstückchen an der ei-nen Seite in Berührung gebracht, an der andern durchein zwischengelegtcs, ungemein diiunes Platinstückehcngetrennt, und hier nahe am Bcriihrungspunctc farbigeStreifen gesehen, die aber verschwanden, als er denDrath,der sie zusammcnhielt, wegnahm. Hier scheint es nunsehr zweifelhaft, ob IIurscuel recht hat, eine durch diefeste Vereinigung hervorgebrachte Krümmung anzuneh-men, oder ob man nicht vielmehr sagen mufs, nach Weg-nahme des Drathcs habe die genaue Berührung aufgehört,und nur deshalb habe die Erscheinung farbiger Streifenaufgehört, die ohnehin bei ebenen Gläsern auf einen sehrschmalen Raum beschränkt ist. Ja man darf hier wohlmit Grund an der Richtigkeit der Herschelschen Meinungzweifeln, da Knox j bei ebenen Platten, deren genaueBerührung am einen Rande er mit grofser Sorgfalt zuStande gebracht hatte, Farbenstreifen sah, die jenem Randeparallel, in eben der Ordnung wie die NewtonsclienRinge auf einander folgten, und zwar so, dafs dieselbeFarbe in Abständen, die sich wie 1, 3, 5,7 verhielten,von dem in Berührung gebrachten Rande, wiederkam, sowie es, dem Princip der Anwandlungen gernäfs, seynmufste.
1 Ph. Tr. 1809. p. 263 .a Pbiloif Transact. for tbe Y, 181?. p. 171,