454 Atmosphäre der Erde.
in einem noch nicht genau aufgefundenen Verhältnisse ab-nimmt *.
Die Luft, woraus die Atmosphäre bestellt, galt ehemalsfür ein Element, aus welchem Wasser, und aus diesemwieder feste Körper gebildet werden könnten. Boyle be-hauptete zuerst, sie bestände aus eigentlicher Luft undWasser im Zustande der Expansion, nebst sonstigen, vonder Erde aufgestiegenen beigemischten Substanzen, welcheihren schädlichen Einflufs auf die Gesundheit bedingten.Nachdem man seit Priestley , Scheele, Cavendish, Black,Lavoisier u. a. die verschiedenen Gasarten stets genauerkennen gelernt hatte, er kannte man bestimmter die Be-standteile der atmosphärischen Luft, indem man sie haupt-sächlich vermittelst der Eudiometer und Anthrakometer zer-legte, woraus hervorgeht, dafs sie dem Gewichte nach aus2 3,2 99 Sauerstoff' und 76,701 Stickstoff * , oder dem Vo-lumen nach aus 78,999 Th. Stickstoffgas, 21 Th. Sauer-stoffgas, 0,001 Kohlensäure im Mittel, als wesentlichenBestandteilen, daneben aber aus einer wechselnden MengeTVtisserclampf, aus einer unbestimmbaren Quantität TVas-serstoff'gas , und zum Theil in Dampfform, zum Theil me-chanisch fortgerissener Substanzen besteht, aufserdem abernoch die wenig bekannten, blofs durch ihre Wirkungenwahrnehmbaren Miasmen enthält, aus welchen ihr nachtlici-liger Einflufs auf das Leben und die Gesundheit hauptsäch-lich der Menschen, weniger der Thiere, entspringt.
Die eigentlichen constituirenden Bestandteile der at-mosphärischen Luft sind also Sticlstoffgas und Sauerstoffgas,welche nach unzweifelhaften Versuchen in allen Gegendender Erde, zu allen Jahrszeiten, in der Höhe wie in derTiefe, im Freien wie in Zimmern und selbst in Opernhäu-sern und Krankensälen in sehr nahe ganz gleichem quantita-tiven Verhältnisse vereinigt sind i * 3 . Sobald nämlich die Eu-diometer einen genügenden Grad der Genauigkeit erhalten
i S. Erde.
a Thomson Systeme de Chim. III. u>.
3 Vergl. Prevost über die Mischung der atmosphärischen I.uft inBibi. unir. '. ia4. II. ig4.