Band 
Erster Band. A und B.
Seite
461
JPEG-Download
 

Bestandlheile. Wasserstoffgas,

461

genannte Argument, nämlicli da Fs das Mischungsverhältnifsder Atmosphäre im Winter und im Sommer gleich ist, kommtgar nicht in Betrachtung, indem die Quantität des jederzeitverzehrten Anthcils im Verhältnifs zur Menge der Luft über-haupt nur geringe ist, durch Strömungen und Stürme einstetes Mischen derselben statt findet, und für die geringeGesclnvindigkeit einer Bewegung von 6 lieues aul eineStunde binnen 8 Tagen Luft vom Aequator und vom Polozusammentriirt'.

JVasserstoffgas findet sich in mefsbarer Menge nir-gend in der atmosphärischen Luft, aufscr neben den Kraternder Vulcane, und seine Quantität ist nach Humboldt undGay - LÜssac überhaupt so geringe, nämlich unter 0,003;dafs man noch kein Mittel kennt, die Anwesenheit desselbennachzuweisen*, wenn es überhaupt vorhanden ist. Wegender Leichtigkeit desselben hat man vermuthet, dasselbemüsse vorzüglich in gröfseren Höhen angctrolYcn werden;allein die Luft, welche Gay - LÜssac von seinem aerostati •sehen Auffluge aus 6636 m == 20428 F. mitbrachtc, liefs

1 Gay - LÜssac Ann. de Cliim. et de Pli. II. 199. Bel der so viel-fach untersuchten Frage über die Wiedererzeugung des Sauerstoflgas hatman vorzüglich die Verzehrung desselben durch die Respiration im Augegehabt. Allein es läfst sich auch ohue Berechnung leicht übersehen, dafsdieser Anlheil hei weitem der geringste ist. Ohne Vergleich grüfser i6tnämlich diejenige Quantität, welche zum Verbrennen und überhaupt zurZersetzung der Vcgetabilien erfordert wird. Berücksichtigt man diedurch beide Processe, den Athmungs- und Püanzeu- Zersetzungs- Pro-cefs, entstehenden Producte , nebst der Verwendung der Pflanzen über-haupt und der Wechselwirkung zwischen der Thier - und Pflanzenwelt,so leidet es wohl keinen Zweifel, dafs das durch diese beiden genanntenProcesse verzehrte SanerstofTgas durch die Vegetation wieder ersetzt wird.Weit schwieriger ist die Frage in Beziehung auf denjenigen AnlheilSauerstoffgas, welcher durch die Bildung von Säuren (z. B. Schwefel-säure) und Oxyden zwar in geringer, aber doch immer in mefsbarerQuantität verzehrt wird. Aber auch in dieser Hinsicht dürfte es nicht zugewagt seyn, auzunehmen, dafs die auf diese Weise erzeugten Productedurch die Animalien und vorzüglich durch den Kohlenstoff auf der Ober-fläche der Erde wieder zersetzt werden, und auf diese Weise endlich alsKohlensäure ihren Antheil Sauerstoffgas durch die Vcgetabilien der At-mosphäre wieder abgeben.

2 Thomson Systeme de Cliim. III, 22'i,