Band 
Erster Band. A und B.
Seite
501
JPEG-Download
 

Farbe.

501

auf «ehr hohen Bergen in niederen Breiten endlich geht dieFarbe fast in völliges Schwarz über. Die Wolken rcflcctircnin der Regel weifses Licht, erscheinen aber, je nachdem siedicker werden und mehr Licht verschlucken, vom hellstenbis zum tiefsten Grauspielen, aber unter bedingenden Um-ständen wegen individueller Lichtbrechung in allen verschie-denen Farbenmischungen. Von allem diesem kann hier indefsnicht die Rede scyn, indem blofs die Bläue der Atmosphärezu untersuchen ist.

Der Erklärungen über die Ursache dieser Färbungengiebt es im Wesentlichen vier, welche zum Thcil von denfrühesten Zeiten bis jetzt wiederholt neue Anhänger erhaltenhaben.

i. D io älteste ist diejenige, welche Leonardo da Vinci *zuerst andcntetc,- Fkomondus aber weiter ausbildetc undfest zu begründen suchte. Hiernach soll dieblaue Farbe desHimmels aus dem durch die Luft rc/Icctirtcn weifsenLichteund dom Schwarz des lecrenRaumes über der Atmosphärebestehen, und so viel dunkeler werden, je weniger vonreflectirtcm weissen Lichte beigemischt ist Später istLahihe dieser Theorie beigetreten, so wie Wolf nndMuschenbroeK , und nachdem sie fast vergessen war,hat sie v. GoetMT. wieder hervorgehoben, und wie Fro-mondns zur Grundlage seiner Farbentheorie gemacht. Mitihr sehr nahe zusainrucnfallend, wo nicht identisch, istdie durch Otto v. GueOIcke aufgcstcllte Hypothese, dieBläue des Himmels scy eine Mischung aus Licht undSchatten, oder aus Weifs und'Schwarz , welches er durchdie Behauptung unterstützte, et Ms schwarze und weifsoPulver von ihm in verschiedenen Quantitäten znsammen-gemischt die verschiedenen Abstufungen von Blau gegebenhätten. Die Wiedcrlegung dieser Hypothese ist allezeitnicht schwer befunden, indem, w.ie Priestley * sich rich-tig ausdrückt, Otto v. Gucricke hätte linden müssen,wenn er die Pulver wirklich mischte , dal's Weifs undSchwarz nicht Blau, sondern Grau gebe**.

1 Train? de la Peintnr!! cet. Par, l65l. chap. 328 .

2 Geschichte der Optik, p. 328.