Band 
Erster Band. A und B.
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Farbe.

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Am reinsten, schönsten uml für Ort und Höbe ungewöhn-lich tief erscheint sie daher zwischen den einzelnen weis-sen Wolken, und wird grün, wenn diese dunkelroth ge-färbt sind, oder über röthlich strahlenden Eismassen undGletschern.

Brandes 1 erklärt das bisher fast gar nicht genau unter-suchte Phänomen der Abendröthe mit einer seltenen inne-ren Consequenz, und auf die dem Anschein nach einzig mög-liche Weise, es sey denn, dafs man dasselbe auf Beugungdes Lichtes zurückführen könnte. Mit jener Erklärung imEinklänge steht die der Bläue des Himmels, welche unterder angegebenen der Newtonschcn am nächsten kommt. Eswird indefs nicht zweckwidrig seyn, auch jener Erklärungeines eben so wichtigen als schwierig zu begreifenden Phä-nomen’s einige Gegengründe cntgegenzustellcn, um so mehr,als die nämliche Frage noch einmal zur Untersuchung kom-men mufs, nämlich bei der Färbung des Meeres, indembeide Erscheinungen höchst wahrscheinlich auf dem nämli-chen Grunde beruhen. Gegen die von Brandes gegebeneErklärung läfst sich nämlich^ einwenden :

1 . Durch die Ausscheidung der rothen Strahlen aus demweifsen Lichte entsteht schwerlich blau, zum mindestenmüfsten auch die gelben alle oder gröfstcntheils durch dieAtmosphäre dringen, wenn nicht grün entstehen sollte.Indefs kann dieses leicht zugegeben werden, da ohnehinbei der Abendröthe viel Gelb beobachtet wird. Allein

2. Eben weil die stärker brechbaren Strahlen mehr von denKörpern angezogen werden, dringen diese leichter in unddurch die Körper, als die minder brechbaren. So drin-gen die blauen, grünen und gelben Strahlen durch dünnoGoldblättchen, und geben blafsgrün, die rothen aber, mitviel weifsem Lichte, werden rellcctirt, und geben Gelb.

3. Es giebt, der Erfahrung nach, keinen Körper, welcherfarbiges Licht rellectirte, ohne selbst gefärbt zu seyn (dieAtmosphäre, das Meer und die gefärbten Schatten machendie einzige scheinbare (?) Ausnahme). Dafs aber die Luftnicht gefärbt sey, ist oben gezeigt.

l S. Abendröthe.