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Ausdehnung.
Indem sie sich mm nach Gay - LÜssac durch eine Tempe-raturerhöhung von 1°C. um 0,00375 ihres Volumens aus-delinen, so wird, wenn P die zusammendrückende Kraft ist,die Stärke ihrer Ausdehnung K =■ 0,00375 P. für l°C.seyn,indem sie nach der Vermehrung der Temperatur um l°C. imGanzen mit P. 1,00375 drücken.
"Wenn feste Körper durch Verminderung der Tempera-tur sich zusammenziehen, so geschieht auch dieses mit eineraufserordentlichen Kraft, welche aber kleiner seyn mufs,«als die Stärke ihrer Cohäsion, wenn sie nicht zerreissen sol-len. Oft zerreissen indefs die Körper durch den Einflufseiner niedrigen Temperatur, wie namentlich grofse Eismas-sen bei ungewöhnlich heftiger KälteMan benutzt indefsdiese Zusammenziehung als Mittel zur Ueberwiudung -desgröfsten Wiederstandes, indem z. B. Hinge und Beschlägeheifs aufgepafst werden, und nach dem Erkalten fester auf-sitzen, als dieses durch mechanische Mittel zu erreichen ge-wesen wäre. Vorzüglich sinnreich hat Molard sich diesesMittels bedient, um die ausgewichenen Mauern eines grofsenMagazins für Baumaterialien in Paris wieder gerade zu zie-hen, indem er die durchgezogenen starken eisernen Ankerje einen um der andern durch Lampen erhitzen und dannfestschrauben liefs, worauf sie sich beim Erkalten verkürz-ten, und die ungeheure, durch kein versuchtes mechanischesMittel zu wältigende Last überwanden 1 2 .
Im Allgemeinen ist die Ausdehnung der Körper den In-crementen der Wärme proportional, weswegen man auchdie letzteren durch die erstere zu messen pflegt. Diesesdauert aber blofs so lange, als die Körper ihren Aggregatzu-stand nicht ändern, oder der zu einer solchen Veränderungerforderlichen Temperatur nicht nahe kommen 3 . Die ein-zigen Körper also, von denen man behaupten kann, dafs ihreAusdehnung allgemein den Incrementen der Wärme propor-tional seyen, sind die permanenten Gasarten. Indem aberdie verschiedenen festen, flüssigen und expansibelen Körper
1 Silliman’s J. 1820. p. 2 77.
2 Biot Traite'. I. 181.
3 Mu.ncke physikal. Abli. p, n3.