Band 
Erster Band. A und B.
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Ausdehnung

1° C. s= k, dio Temperatur bei der Beobachtung in Gradender Centcsimalscale des Thermometers = t, das beobach-tete Volumen =s V, so ist das corrigirte Volumen V y ~ V(l -f- 3 kt) * 1 . Nennt man ferner allgemein die Ausdehnungder Flüssigkeit S , das Volumen derselben, gleich viel aufwelcho Grade der Scale sie ursprünglich zeigt, bei der nie-drigem Temperatur v, dasjenige Volumen, welches dieselbebei der Temperatur von t Graden C. einnimmt, v', so ist

v'—v v'3kt

v (l +d) = v' (l + 3 kt), woraus 5 =--j-— ge-

v v

funden wird. Dafs man übrigens bei diesen Versuchen so-wohl das Verdunsten eines Theiles der Flüssigkeit durchdio Hitze vermeiden, als auch die in derselben befindlicheLuft vorher sorgfältig wegschaifen müsse, versteht sichvon selbst.

c. Ein ähnliches, sehr sinnreiches Verfahren bat Gay-LÜssac* angewandt, um dio Ausdehnung, namentlich desQuecksilbers zu finden. Er bediente sieb nämlich ei-nes eben beschriebenen, genau graduirten Apparates,zog das Ende der Röhre in eine feine Spitze aus, derenInhalt als verschwindend klein unbeachtet bleiben konnte,füllte das Ganze mit Quecksilber, erhitzto den Apparat insiedendem Wasser, wobei ein Tbeil des ausgedehntenQuecksilbers ausflofs, und mafs nach dem Erkalten bis zumGefrierpuncte die Zusanunenzichung aus dem leeren Raumeder Röhre.

d. G.G. Schmidt ? wandte ein hiervon verschiedenes, gleich-falls sehr beifallswertbes Verfahren an, um die Ausdeh-nung der Flüssigkeiten zu finden, indem er sich des vonihm verbesserten Fabrenbeitscben Aräometers bediente,und mit demselben den Unterschied der spec. Gew. be-stimmte. Indem nämlich die Ausdehnung dem spec. Gew.umgekehrt proportional ist, so läfst sich die erstere ausder letzteren leicht berechnen, mufs aber gleichfalls wc-

t S. oben.

1 Biot Traite. I. 198.5 Cren M. J. I. 21C.