Band 
Erster Band. A und B.
Seite
587
JPEG-Download
 

tropfbarer Flüssigkeiten.

587

blasen in die Röhre, und bezeichne abermals den Stand desQuecksilbers, so beträgt der Inhalt zwischen der 0 und die-nern Puncte 0,1 des Ganze«, wonach diese Länge in 100Theilc getheilt Tansendthcile des Ganzen vermittelst der an-gebrachten Scale angiebt. Letztere kann man entweder aufdie Röhro mit Flufssäure ätzen 1 2 , oder mit Diamant ritzen,oder sie auf Papier tragen, dieses vermittelst etwas Mehl-kleister an die Röhre kleben und mit Leinöl tränken *. Fülltman den so gefertigten Apparat bei 0° Temperatur mit derzu prüfenden Flüssigkeit bis an den Nullpunct der Scale,und erwärmt ihn allmälig im Wasser oder einer sonstigen ge-eigneten Flüssigkeit, so geben die Theilo der ScaleTausend-tlieile der Ausdehnung unmittelbar an, welche aber für dieAusdehnung des einschliefsenden Gefafscs corrigirt werdenmüssen.

Die Nothwcndigkeit, beim Messen der Ausdehnung vonFlüssigkeiten, welche in Gefäfsen eingeschlossen sind, aufdie Ausdehnung der Hüllen Rücksicht zu nehmen, hat manschon lange gekannt, wie aus einem alten sehr sprechendenVersuche hervorgeht 3 . Wenn man nämlich eine etwasgrofse Kugel eines mit Weingeist oder Quecksilber gefüll-ten Thermometers schnell in heifses Wasser oder in einekaltmachende Mischung taucht, so wird die Flüssigkeit indemselben durch die Ausdehnung des Glases der Kugel injenem Falle erst sinken, in diesem erst steigen, ehe dieentgegengesetzte Wirkung eintritt. Werden demnach dieVersuche, wodurch die Ausdehnung der tropfbaren Flüssig-keiten gefunden werden soll, mit einem gläsernen Apparateangestellt, und ist die lineare Ausdehnung des Glases für

z S. Barometer, Scale.

2 Vergl. J. P. Neümann Lehrbuch d. Physik. Wien 1820. 2 Th.II. i55. Gay-Lüssac in Ann. de Chira. et de Phys, II. i3o. Eine etwasandere, zwar zweckmäfsige, aber mühsamere Methode hat Sri.ZER an-gegeben. S. Thermometer • Zum Einbringen des Quecksilbers in dieenge Rühre bedient man sich eines papiernen Trichters, und zur Fort-schafTung der Luft eines feinen Fischbeinstäbchens .oder eines dünnenGrashalmes,

3 Amoctons in Me’m. de l’Ac. 1700. p. i 53 . 1705. p. 101. ed. Bat.Homberg in Me'm. de l’Ac. 1710. p. 563 . Büliinger in Com. Pet. I. p.332 . 111 . 2^1. Leutma.nn in Com, Pet. IV, 216.