724
Ballis tik.
scliwimligkeit proportionalen Kraft nach der entgegengesetz-ten Seite ahgelenkt, und also nacli d hin seitwärts bewegtwerden. Es leuchtet übrigens von selbst ein, dafs die Ku-gelbahn in dieser genannten Beziehung sowohl seitwärts, alsaufwärts und abwärts gekrümmt seyn kann, jederzeit ineiner , ihrer Rotation entgegengesetzten Richtung. Zugleichaber ist unverkennbar, dafs diese Abweichung der Bahn ausder vertiealen Ebene durch die Axe des Geschützes auch aufdie Bestimmung der Bahn im Allgemeinen einen Einflufs hat,selbst wenn man zugiebt, dafs der oben angegebene Abwei-chungswinkel von 15 ° unter die seltenem Ausnahmen beigutem Geschütze gehört. Eine genaue Berechnung diesesEinflusses liegt aber wahrscheinlich aufser den Grenzen derAnalyse, weil die Richtung der Rotation und die Geschwin-digkeit derselben ganz umbcstiminbar sind, aufserdem aberbei gröfserer Geschwindigkeit der Kugel das umgebendeMedium eine gröfsere Ungleichheit der Dichtigkeit erhält,eben dadurch also eine stärkere Ablenkung bewirkt, wäh-rend die Kugel in gleichen Zeiten gröfsere Räume zuriicklcgt,und in denselben daher fiir gleiche Räume ungleich viele Um-läufe macht’. Woher über eine solche, oft höchst schnellerotatorische Bewegung der Kugel um eine willkiihrlich ge-richtete Axe derselben entstelle, ist leicht zn begreifen. DieUrsachen sind nämlich theils ein Anstofsen der Kugel an ir-gend eine Stelle des Laufes, einseitige Reibung, ungleicheLage ihres Schwerpunctes nicht genau im Mittclpuncte wegen
i v. Rhode iu seiner gelehrten Abhandlung: Heber die Abweichunggeworfener Körper von der vertiealen Richlnngsebene cet. Hell, lyfjä. 4.widerlegt p. l. Lombard, welcher die Abweichung von der verdichtetenLuft vor der Kugel unmittelbar ableitet, behauptet p. 39 . ,, die Rotation„der Kugel habe an sich keinen Einfqfs auf jene Abweichung, son-„dem nur der hervorragende Brandröhrenkopf der Haubitzen und„Granaden dessen Moment zur Hervorbriugung einer Abweichungvon der vertiealen Richtungsebene zu berechnen der Zweck der Abhand-lung ist, sucht ferner p. t4 n. t5. geometrisch zu beweisen, dafs derWiderstand der Luft bei vorhandener Rotation einer Kugel keine Ab-weichung derselben von der vertiealen Ebene bewirken könne. Alleindabei ist auf die ungleiche Dichtigkeit der Luft, bis zur Erzeugung ei-nes leeren Raumes keine Rücksicht genommen , und deswegen stimmtdas Resultat seiner Demonstration mit der Erfahrung nicht überein.