Band 
Erster Band. A und B.
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Bewegung.

Bewegung.

Motus; Mouvement-, Motion, Obgleich ein jederMensch leicht und gleichsam von selbst einen Begriff mit demWorte Bewegung verbindet, und in sofern auch weifs, wasBewegung sey, wie schon s’Gravesande 1 2 sagt, so ist es dochnicht leicht, alles dasjenige , was man darunter versteht, ineiner sclnilgerechten Definition zusummenzufassen. DioSchwierigkeit wächst, wenn man dasjenige zugleich in dioDefinition aufnehmen will , was einige Naturforscher durchinnere Bewegung der Theile einer Masse, oder innere Bewe-gung der Maierie bczcichi\cn, woraus manche Veränderun-gen, namentlich chemische Wirkungen, zuweilen auch dieWärmeerscheinungen erklärlich seyn sollen. Insofern aberdieses kein Gegenstand der Erfahrung ist, wir auch zur An-nahme einer solchen Art von Bewegung als wirklich vorhan-den, nicht durch nothwendig und unmittelbar aus der Er-fahrung folgende Schlüsse geleitet werden, so kann dieselbehier überhaupt nicht mit zur Untersuchung kommen 1 .

liewegung , als das Gegenthcil der Ruhe, nennt manseit den frühesten Zeiten die Veränderung des Ortes, oderdes Raumes, welchen ein Körper einnimmt, Ruhe dagegendas Beibehalten dieses Ortes, indem überhaupt kein Körperanders als im Zustande der Ruhe oder der Bewegung se) r endgedacht werden kann 3 . Diese, die Sache in ihrer Allge-meinheit hinlänglich genau bezeichnende, Definition ist bisauf die neuesten Zeiten in den verschiedenen Lehrbüchernder Mechanik allgemein beibehalten, und nur wenige sindvon derselben abgewicheu. Nach Kant z. B. ist Bewegungdie Veränderung der äufsern Verhältnisse eines Dinges zu ei-nem gegebenen Raume 4 5 , wobei aber die unbestimmte An-gabe der äufsern Verhältnisse unnüthig und die Forderungeines gegebenen Raumes zu enge ist. Nach Fries 5 ist Be-

1 Elem. Phys. I. 28.

2 Huttou Dict. II. 74. Intestine motion.

3 L. Euter Mechanica , sive Motus scientia analytice expositn. Pe-trop. 1736. II Vol, 4 . I. 1.

4 Mrtaphys. Anf. 4 .

5 Math. Naturphil. 4l3.