Band 
Erster Band. A und B.
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wegung die stetige Veränderung des Ortes, wobei das: stetigevielleicht ein überflüssiger, im Begriffe : Veränderung, schönenthaltener Beisatz ist’. Ruhe dagegen ist nach beiden ge-nannten Gelein ten die andauernde Gegenwart eines Dingesan demselben Orte, wobei andauernd heilst, was eine Zeithindurch existirt. Auch hierbei macht der Beisatz: an-dauernd, die Definition unbestimmt. Gesetzt aber auch , esliefse sich eine dieser Definitionen rechtfertigen, wie aller-dings mindestens bei der durch Fries aufgcstellten Definitionder Bewegung leicht geschehen könnte, wenn man nicht denBeisatz: stetig, aus dem angegebenen Grunde verwerflichfindet, so ist doch jene ältere kürzer, allgemeiner und zurErläuterung der mechanischen Gesetze pafslicher, weswegensie beizubehaltcn ist.

Die Bewegung nebst den Gesestzen, welche bei dersel-ben in Betrachtung kommen, machen das Object der ge-sammten Mechanik aus. Indem aber dieser weitläufigeZweig der Mathematik hier nicht vollständig abgchandelt wer-den kann, so beschränkt sich die vorliegende Untersuchungblofs auf die allgemeinen Gesetze der Bewegung, wobei dieverschiedenen spcciellen Betrachtungen andern Artikeln Vor-behalten bleiben.

Im Allgemeinen ist die Bewegung entweder wirklichoder scheinbar , letzteres aber nur in so fern, als wir sie aufein bestimmtes Object beziehen, denn ohne das Vorhanden-seyn einer wirklichen Bewegung findet auch keine scheinbarestatt. Die wahre Bewegung (wirkliche, motus verus, mou-vement reelj ist in der Regel diejenige, welche wir kennenzu lernen suchen, obwohl die scheinbare nicht selten ein Ge-genstand der Untersuchung ist, wie namentlich in der Astro-nomie, worin jedoch die Bewegung der Planeten die wahre,die von der Erde aus beobachtete der Himmelskörper diescheinbare heifst. Jede scheinbare Bewegung, z. B. der Ge-stirne, entfernter Objecte beim Fahren, Schiffen oder Gehenu. s. w. (motus apparens , mouvement apparent) beru-het auf einer Augentäuschung, indem entweder das beobach-tete Object ruhet, das Auge aber sich bewegt; oder indem

i S. uuten Nr. 4.

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