Band 
Erster Band. A und B.
Seite
1132
JPEG-Download
 

1132 Brechung der Lichtstrahlen,

Fig.teren Körper hervorkommenden Strahl verfolgt. Stellt ABK2 50. eine Glasmasse vor, so wird auch hier, wenn der Strahlaus Glas in Luft geht, der senkrecht auffallende Strahl E Cungebrochen nach CD fortgellen; ein Strahl GC, dessenEinfallswinkel ECG = 2 0° ist, wird nach C S so gehen,dal's Sin.DCS=4Sin. 20°=0,5130, alsoDCS=30°.5 2 / ,ist; ein unter dem Winkel ZCE = 4l°40 < einfallenderStrahl wird nach der Brechung einen Winkel 85°4 3 / mit CDmachen; aber für einen Strahl, der wie UC einen Einfalls-winkel = 6 0° hat, sollte der Sinus des Brechungswinkels= 4 Sin. 60° = 1,732 seyn, und da es einen solchen Si-nus, der gröfser als 1 wäre, nicht giebt, so kann es auchkeinen ausfallenden Strahl geben, sondern ein vom Innerndes Glases her unter einem solchen Winkel auffallender Strahldringt gar nicht in die Luft hervor; die Erfahrung zeigt viel-mehr, dafs er an der Oberfläche AB des Glases nach innenzurückgeworfen wird. Es verdient daher diese Erscheinungbesonders bemerkt zu werden, dafs der Strahl, welcher nachdem Brechungsverhältnisse nicht aus dem dichteren Körperin den minder dichten übergehen kann, (welches sich in derFormel dadurch zeigt, dafs der Ausdruck für den Sinus desBrechungswinkels gröfser als l wird) an der brechendenFlache ebenso, als ob sie eine Spiegelfläche wäre ,zurückgeworfen wird.

5,Ehe ich die Mittel angebe, wie man bei verschiedenenKörperndasBrechungsverhältnifs genau bestimmt,werde ich kurz dieEnt-deckungsgeschichte der bisher betrachteten Gesetze erzählen.

Obgleich man längst wufste 1 , dafs manche durch dieBrechung hervorgebrachte Erscheinungen den Alten bekanntwaren, und man aus dem, was man hier und da aus desPtoeemaeus Optik angeführt findet, sclilofs, dafs dieserUntersuchungen über die Brechung der Lichtstrahlen mit-theile; so hat doch erst die Wiederauffindung dieses Werkesuns in den Stand gesetzt, zu beurtheilen, wie weit desPTO-iemaeus Kenntnifs dieses Gegenstandes reichte 1 . Es er-

l Zum. Beisp. aus Seneca quaest. natur. 1. 3.

ä Nach Delambue , dessen Bericht ich hier folge, führt das aufge-fundene Manuscript, welches eine nicht alle fünf Bücher umfassendelateinische TJebcrseizung aus dem Arabischen enthält, den Titel; LiberPtolemaei d« opticis , sire dt aapectibu«. Vergl. G. XL. 3 7 i.