Band 
Zweiter Band. C und D.
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Dehnbarkeit.

hervor, womit manche französische Tassen und sonstige Por-zellan - Gefäfse überzogen sind, indem hierbei das Platin ingleicher Feinheit, als das Gold bei den Vergoldungen angewandtwird, ohne indefs im eigentlichsten Sinne ausgedehnt oder ge-streckt zu seyn, insofern man den dünnen, jedoch zusammen-hängenden und metallisch glänzenden Feberzug aus einer Auf-lösung des Mctalles bereitet.

Die Dehnbarkeit des Silbers, Kupfers, Zinr£s, Bietsersieht man aus der Feinheit der dünnen Blättchen, wozu die-selben im Blattsilber oder Silberschaum, dem unächten Gold-schaum, dem Blattzinn oder Stanniol und Rollblei verarbeitetwerden. Auch der ausnehmend feine Silberdraht, woraus man-che Kreuze in Fernrohre gemacht werden, die feinsten mes-singenen und stählernen Cluvierseiten zeugen fiir die grofseDehnbarkeit dieser Metalle. Eins der merkwürdigsten unterallen ist indefs das Zink. Obgleich bei einer Temperatur un-ter der Siedehitze des Wassers so spröde, dafs es unter demHammer zerspringt und sich pulvern läfst, wird es nach Cu.Hobson und Cii. Svlvester * zwischen 100° bis 150° C. sodehnbar, dafs man es bis zu den feinsten Blechen, wie feinstesPostpapier, walzt, und was noch merkwürdiger ist, so einmalgewalzt behält es einen hohen Grad der Elasticität und Bieg-samkeit auch bei niedrigen Temperaturen bei. Wird indefs ge-gossenes Zink bis 205° C. erhitzt, so ist es noch spröder alsbei einer Wärme unter dem Siedepuncte, indem man es dann ineinem Mörser zu Pulver zerstofsen kann. Eben so auffallendist es, dafs Ai.tmütter dieses Metall, welches auf dem Brucheein so auffallend krystallinisches Gefüge zeigt, zu sehr, feinemDrahte zu ziehen vermochte, und dieses Feinziehen sogar ohneerneuertes Anlassen und erhöhete Temperatur bewerkstelligte *.Die Feinheit der erhaltenen Probe giebt Gilbert ohne völligscharfe Messung zu yj^stel Zoll an *.

22. Sinnreich und zweckmäßig ist indefs das von Altmütter gewählteVerfahren, den Platindraht fortwährend mit neuen Lagen von Silber-blech zu nmgeben, und vermittelst dessen das Feinerziehen desselbenmöglich zu machen.

1 Nicholson’s J. XI. 304. Gehlen N. J. VI. 723.

2 G. LV1II. 436.

3 Ebeud.