Band 
Zweiter Band. C und D.
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Donner.

nicht als die unmittelbare Wirkung der durch die luftbrechon-den elektrischen Materie oder des Blitzes, sondern als die Folgeeines ganz andern Vorganges, von welchem beide als abgeson-derte Erscheinungen gleiclnnäfsig abhingen, erklärte, die an-dern hingegen zwar im Allgemeinen die ältere Theorie festhielt,aber in einigen wesentlichen Puncten schärfer bestimmte, undmit allen Phänomenen in eine genauere Uebereinstiinmung zubringen suchte. Zu der ersten Ansicht scheint sich zuerst Bussebekannt zu haben. Er erinnert ’, inan müsse sich eine schreck-liche Feuermasse unter dem Blitze vorzustellen wissen, wennman die hlofse Zertheilung der Luft für hinlänglich halte, einenso volltönenden Donner hervorzubringeri. Hier könnten viel-leicht einige musikalische Kenntnisse dem Physiker zu stattenkommen, besonders was über die Dicke (!) (oder Fülle) desTons zu erörtern sey, als eine Modification seiner Stärke be-trachtet. Nach den neuesten Einsichten sey es wohl gewifs ge-nug, dafs eine gewisse Donncrluft dafür entwickelt werde,auch hätten schon ältere Physiker erinnert, dafs der Donnernicht durch blofses Zusaimnenschlagen der Luft ohne Hülfe ei-ner knallenden Materie zu erklären sey.

Statt einer blofsen hingeworfenen Idee stellt De Lüc indem Sinne der ersten Ansicht eine umständliche und den ein-zelnen Erscheinungen des Gewitters angepafste Erklärung desDonners * 2 auf, und man kann ihn eben darum für den Haupt-repräsentanten dieser Ansicht halten. Er betrachtet die Ur-sachen , die man insgemein von dem Rollen des Donners an-giebt', als ein Beispiel, wie weit man sich durch die schwan-kenden Assimilationen des Gewitters mit unsern elektrischenVersuchen von der Wahrheit entfernt habe. Nach der Hypo-these einer einfachen Entladung erkläre man den Donner ausdem Durchgänge des elektrischen Funkens von einer Wolke zurandern, und dafs der Schall anhaltend sey, obgleich die Er-leuchtung nur einen Augenblick dauert, das suche man da-durch begreiflich zu machen, dafs das Licht und die Ausstrah-lung der elektrischen Flüssigkeit unendlich geschwind sey, iu

t Beruhigung über die neuen Wetterfeiter. Leipzig 1791. 8. S. 35.

2 Grens Journal der Physik. JV. 207. fi. 231.