Band 
Zweiter Band. C und D.
Seite
608
JPEG-Download
 

608

Druck.

in einem andern hervor zubringen , ohne Rücksicht darauf, ohderselbe bewegt wird oder nicht, und in bestimmter Beziehungdarauf, dafs weder seine eigene Bewegung, noch diejenige, wel-che er dem gedrückten Körper eben so gut mittheilen als nichtmiltheilen kann, dabei in Betrachtung kommt, indem der Druckals solcher allezeit so gemessen wird, als sey der Körper in Ruhe.Diese letztere Bestimmung bezeichnet die wesentliche Unter-scheidung vom Stojse , bei welchem der stofsende Körper nieanders als bewegt gedacht werden kann, und die Bewegung zurBestimmung des Elfcctes unumgänglich erforderlich ist. Mankönnte hiergegen einwenden, dafs bei der Fortpflanzung desStofscs durch eine Reihe aneinander liegender elastischer Kugelnjede zwischenliegende als ruhend erscheine, dennoch aber alsgestofsen und als stofsend betrachtet werden müssen; allein er-steres ist strenge genommen nicht der Fall, indem jede dieserKugeln nolhwendig durch einen, ihrem erhaltenen Eindrückeproportionalen Raum bewegt werden mufs. Nähme man dieKugeln als vollkommen hart an, so würde dieses zwar wegfal-len, damit aber zugleich auch der EU'ect, und die ganze Reihewäre als ein einziger zusammenhängender Körper anzusehen,durch welchen eben so gut der Stofs als auch der Druck fort-gepflanzt werden könnte. Endlich ist auch beim Druckenoch zu berücksichtigen, dafs ein gleiches Verhalten statt findetzwischen dem drückenden ui}d dem gedrückten Körper, indemder letztere mit einer gleichen Kraft dem erstcren entgegen-strebt, als womit er durch jenen aflicirt wird *, wobei die etwaentstehende Bewegung als die Differenz des Druckes und desWiderstandes angesehen werden kann.

Thomas Youxg giebt eine sehr genaue Ansicht dieser Sachewenn er sagt *, dafs ein grofses Gewicht eine Uhrfeder genauauf gleiche Weise zu beugen vermöge, als ein kleines, welchesvon einer gewissen Höhe herabfällt; allein ganz etwas anderesist es, eine Feder auf einen gewissen Punct zu beugen, als sie indieser Beugung zu erhalten, und beides ist gar nicht vergleich-bar, indem dieses das Mafs der fortdauernden Reaclion der Fe-

l Hutton Dict. II. 22S.

Z Lectures on Nat. Pliil. I. 59.