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Dunst
sicliligt, dafs ein Theil dieser letzteren an die äufseren Umge-bungen abgegeben wird, und es nach Art aller Auflösungenund Verbindungen einer gewissen Zeit bedarf, bis dieselben er-folgen und vollständig werden, so ist es nichts weniger als un-erklärlich, dafs der licifse Dampf im Momente seines Anstei-gens aus der Flüssigkeit einen Theil seiner scnsibelen Wärmeverliert, und partiell in Dunst verwandelt wird. Ist dann dieEntziehung dieser sensibclcn Wärme bleibend, z. B. durch ei-nen beständigen Zuflufs kalter Luft, so wird ein Theil des Dun-stes fortwährend in die Flüssigkeit zurücksinken, woraus dieEntstehung des Nebels über den Flüssen und der gröfsere Ver-brauch von Brennmaterial bei den nicht mit Brettern umgebe-nen Salzpfannen erklärlich wird; ist aber die Entziehung nichtbeständig fortdauernd oder gar nicht vorhanden, z. B. wennman eine Flüssigkeit unter einer exantlirten Campane verdam-pfen läfst *, so fludet eine geringere oder gar keine Bildung vonDunst statt, indem die sensibele Wärme zur stärkeren Expan-sion des aufsteigenden Dampfes verwandt wird. Ob aber diesefeinen, nicht expandirten und nicht eigentlich Damplform ha-benden Fartikelclien, welche die Bestandtlieile des reinen odermit Dampf vermischten Dunstes ausmaclien, aus dichten oderhohlen Wasserkügelchen bestehen, womit sie im letzteren Falleerfüllt seyn mögen, und wie sich das Schweben derselben inder Luft erklären lasse, diese Fragen haben die Physiker seitlangen Zeiten vorzüglich beschäftigt, und cs ist der Gegenstandder folgenden Untersuchung, was hierüber als anerkannteWahrheit oder mit Wahrscheinlichkeit anzunehmen sey.
Nach de Lüc 1 2 besteht der Untersclüed zwischen Dampfund Dunst darin, dafs jener aus feineren, dieser aus gröberenWasserpartikcln gebildet ist. Wenn nämlich der Unterschiedder Temperatur zwischen der umgebenden Luft und der Flüs-
1 Nur unter günstigen Umständen, namentlich bei hoher äutsererTemperatur läfst sich auf die angezeigte Weise selbst ein Sieden ohneErzeugung von Dunst hcrvoibringeu. Wenn mau indefs Wasser in ei-nem Medicioglase anhaltend sieden läfst, dann schnell verkorkt und um-kehrt, so findet darin bei hoher Temperatur, eben wie im Wasaerham-mer ein eigentliches Sieden ohne Dunstbilduug statt.
2 a. a. 0. §. 707.