Dunst.
657
zuslimmen scheint. Er will nämlich durch einen Versuch ge-funden haben, duJ's in dem durch die Dunstbläschen gehendenLichte alle prismatischen Farben zugleich vorhanden wären. Dasich aber die durch Newton angegebenen Bestimmungen'aufgewisse Reihen oder Successionen der Farben beziehen, so fol-gert er hieraus, dafs die von Kbatzenstein gegebene Bestimmungder Dicke des Häutchens nicht die geringste Zuverlässigkeit ha-be, weil in einem Falle, in welchem alle Farben auf einmal er-scheinen, cs unmöglich sey, eine genügende Vergleichung mitden Newlonschen Successionen der Farben anzustellen. Viel-mehr erhelle hieraus, dals jedes Bläschen eine andere Dicke sei-nes Häutchens habe, auch können diese Häutchen, eben wiebei den Seifenblasen, am oberen Theile dünner als am unterenseyn, und somit die Farben nur am unteren erscheinen, woraussich aber auf die Dicke des ganzen Häutchens nicht schliefsenlasse.
Wenn cs zuvörderst auf eine genaue Bestimmung desDurchmessers der Bläschen selbst ankommt, so mufs jeder ein-gcstchen, dafs diese aufserordcntlich schwer ist. Ein zweckmä-ßiges Verfahren dieser Messung dürfte seyn, wenn man ein sehrhelles Sonucnmikroskop vorher so weit erhitzte, dafs sich dieDunstbläschen daran nicht niederschlagen, dann dieselben vorder Linse des Mikroskops aufsteigen liefse, und durch Messungdes Durchmessers des erzeugten Bildes und Vergleichung des-selben mit einem bekannten Körper diese Gröfse bestimmte,lliicksichtlich des Farbenspieles, welches das durchgehendeLicht in denselben erzeugt, habe ich selbst oftmals das sehrbunte Farbenspiel wahrgenommen, welches sich in den Bläschenzeigt, und grofse Aehnlichkeit mit der Beugung des Lichtes hat,wenn dasselbe durch ein feines Spinnengewebe oder Fenster-scheiben mit feinen Rissen fällt. Ob es möglich sey, hierausauf die Dicke der Häutchen zu schliefsen, wage ich nicht zuentscheiden, jedoch scheint cs mir auf allen Fall sehr unsicher,wo nicht ganz unmöglich. Liefse sich indefs nicht blofs dieGröfse des Durchmessers der Kügelchen, sondern auch dieDicke des Häutchens mit Sicherheit bestimmen, so würde esviel leichter seyn, mit Wahrscheinlichkeit diejenige Substanzanzugeben, welche den Inhalt der Bläschen ausmachen kann,indem die Voraussetzung Kbatzeüstein’s, wonach er sie fürBd. II. T t