Band 
Zweiter Band. C und D.
Seite
700
JPEG-Download
 

700

Durchsichtigkeit.

Lichtstrahlen mehr bricht, als das Wasser, und also in dieserHinsicht der Materie des Hydrophans näher steht als das Was-ser *.

Nach diesen und ähnlichen Erfahrungen scheint es aller-dings, als ob die Bedingung der Durchsichtigkeit darin bestehe,dafs die Einwirkung aller einzelnen Kbrperlheilclien auf das Lichtbeim Durchgänge durch den Körper völlig gleich oder doch sehrnahe gleich sey. Indefs ist es wohl nicht das iin Innern desKörpers reflectirte Licht allein, was verloren geht, sondern esscheint doch auch in dem eigentlich sogenannten undurchsich-tigen Körpern eine Absorption des Lichtes, ein für unsern Ge-sichtssinn völliges Verlorengehen des Lichtes, statt zu linden,über dessen eigentlichen Grund wir weiter nichts wissen; beidieser Absorption scheint wenigstens das mit Wärme verbunde-ne Licht immer eine Erhitzung des Körpers hervorzubringen.

Hieran knüpft sich die Krage, welche der beiden Hypothe-sen, die man zur Erklärung der Phänomene des Lichts aufge-stellt hat, die Emanationshypothese oder die Vibra-tionshypothese , am passendsten für die Erklärung der Durch-sichtigkeit, sey. Jene nimmt an, das Lickt bestehe aus Tbeil-chen, die vom leuchtenden Körper ausgehen und mit grofscrSchnelligkeit sich forlbewegen; diese dagegen sieht die Erschei-nungen des Lichts als durch Schwingungen des Aethers hervor-gebracht an. Jene also ist genötliigt anzunchmen, dafs derdurchsichtige Körper, wie grofs seine Dichtigkeit auch immerseyn mag, die Lichtlheilchen hindurch lasse; und man hat esdieser Hypothese nicht ganz mit Unrecht zum Vorwurfe ge-macht, dafs sie ja die Körper als nach allen Richtungen durch-löchert betrachten müsse, und wenn sie gleich diese Löcher alssehr zart voraussetze, doch ihrer unendlich viele bedürfe, umden unzähligen Lichtstrahlen Raum zu geben. Aber ein gleichbedenklicher Vorwurf scheint auch die Vibrationshypothese zutreffen; denn wenn man annimmt, dafs der in den Poren desdurchsichtigen Körpers enthaltene Aelher die Vibrationen forl-pllanze, so läfst sich der eben erwähnte Vorwurf auch gegendiese Hypothese anwenden ; will man aber behaupten, dafs dieMaterie des Körpers selbst in Vibrationen gerathe, dieVibratio-

1 Grens Journ. <3. Physik. VII. 143.