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Ebbe und Fluth.
Fluth als einen mit gTofser Schnelligkeit fortgehenden Stromdenken, oder gar glauben wollte, das Seewasser müsse innicht völlig 25 Stunden einen Umlauf um dieganze Erde ma-chen. So wenig bei der Wellenbewegung die Wassertheilchenso schnell fortgeführt werden, als die Wellenköpfe anschei-nend fortlaufen , eben so wenig darf man annehmen, dafs die-selben Wassertheilchen die Fluthwelle begleiten. Auf einerganz mit Wasser bedeckten Erde würde die Fortbewegung seit-wärts bei den bald gehobenen, bald sinkenden Wassertheilchenganz unbedeutend seyn; bei der wirklichen Beschaffenheit derMeere findet dagegen allerdings an vielen Orten ein merklicherFluth - und Ebbestrom statt, so wie er offenbar beim Einsturzin die Ströme statt finden mufs.
Meinungen über die Ursache der Ebbe und Fluth.
8. Die Griechen und Römer hatten an der Küste des Mit-telländischen Meeres wenig Gelegenheit die Erscheinungen derFluth in ihrem ganzen Umfange kennen zu lernen , doch er-wähnt schon Herodot die Fluth im rotlien Meere. Es ist da-her wohl ganz dem Mangel an Kunde von diesen Erscheinuti-gen angemessen, was Curtius von der Ueberraschung undVerlegenheit erzählt, in welche Alex anher, als er in das In-dische Meer schiffen wollte, sich durch den unerwarteten undstarken Wechsel von Fluth und Ebbe gestürzt fand l .
Selbst Caesar war noch von den Ungleichheiten der Fluthund Ebbe nicht hinreichend unterrichtet, und erlitt daher ei-nen bedeutenden Verlust, als die Vollmondsfluthen, deren hö-heres Steigen ihm unbekannt war, seine aufs Trockne gezo-gnen SchiffeaniUfer Britanniens erreichten und beschädigten 2 .Dagegen spricht Tacitus schon von den gewöhnlich höher an-schwellenden Aequinoctialfluthen als von etwas Bekanntem 3 .
Am besten unter den alten Schriftstellern scheint Strabo die Erscheinungen der Ebbe und Fluth dargestellt zu haben,welcher sie so beschreibt, wie sie nach Posidonius Erzäh-lung in Cadix beobachtet werden. Hier 4 werden die täglich
1 Curtius de rebus gestis Alex. IX. 9.
2 De bello Gail. IV. 29.
3 Anna). I. 70.
4 Strabouis res geographicae Lib. III. gegen das Ende.
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