Band 
Dritter Band. E.
Seite
118
JPEG-Download
 

118 Eis.

sten Eises nach Iryine und Scoresby (0,937) nicht merklichahweicht.

So sinnreich diese Erklärung, und so übereinstimmend mitder Erfahrung sie ist, so beruht sie dennoch auf Voraussetzun-gen , die nur die Möglichkeit für sich haben und nirgends inder Beobachtung nachgewiesen werden können; und sie dürfteuns noch nicht berechtigen, andere Hypothesen, z. B. dieje-nige Winkler’s noch welcher die Volumsveränderung voneiner Zerlegung in kleinere Kügelchen oder polyedrische Kör-per herrühren sollte, von diesen Speculationen auszuschliefsen 1 2 .Wie dem auch sey, diese Ausdehnung und die unwiderstehli-che Kraft, mit der sie sich bildet, ist Thatsache, und sie scheinteben deswegen beim Wasser die eigentliche Bedingung desUeberganges in den festen Zustand zu seyn, so wie.lungegenbei andern Stoffen z. B. dem Quecksilber, eine bedeutende Zu-sammenziehung damit unzertrennlich verbunden ist, und Wil-liams mochte wohl Recht haben zu behaupten, dafs Wassernicht gefrieren könne, so lange seine Ausdehnung durch äufsereGewalt verhindert werde.

Die Wirkungen dieser Ausdehnung zeigen sich in den Er-scheinungen des gewöhnlichen Lebens auf mannigfache Art.Der Frost hebt Schwellen und Steinpflaster in die Höhe, zer-sprengt oft mit heftigem Knalle Steine und Bäume, Mauern, Was-serleitungen , und dergleichen; er zerstört durch diese Ausdeh-nung die Gefäfse der Pflanzen; daher ältere Bäume, deren Zell-gewebe weniger elastisch ist, mehr vom Frost leiden, als diejiingern. Er wirkt dagegen wohlthätig zur Auflockerung desBodens, und ist die wesentlichste Ursache der Verwitterung derFelsgebirge, wie das namentlich die zahlreichen und mächti-gen Trümmer, mit welchen die Gletscherthäler erfüllt sind,beweisen.

1 De causa Frigoris et glaciei. 1737. 4.

2 Durch einen Vorgang dieser Art dürfte vielleicht heim Hartendes Stahls die Feinheit des Kornes oder die Gröfse derMolecülen be-stimmt werden. Denn da bei einem Conglomerat von kugelförmigenoder polyedrischen Körpern die Summe ihrer Zwischenräume destogröfser wird, je kleiner diese Körper werden, so mnfs, da die Aufsen-wände des Stahls beim Härten in einem expandirten Zustande erstarren,die Masse sich in kleinere. Theile zerstreuen, wenn die Form ihrerA SS re S at * on un< l die Zahl uud Lage der Berührungspuncte sich gleichbleibon soll.