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Dritter Band. E.
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Gletscher

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in den höheren Theifen des Gebirges fallt und von den schrof-fen Felsenabhängen, wo er nicht festhalten kann, in die Ein-senkung herabrutscht. Die der Tiefe allmälig zugleitende Massewird noch durch Lawinen und Schneestürze oft beträchtlich ver-mehrt. Thauwetter, Regen und Sommerwärme befördern dasHinabgleiten des Gletschers, daher er zuweilen mehrere Jahrehindurch bedeutend ins Hauptthal hinaustritt. In warmen Som-mern wird er dort beträchtlich geschmolzen, weniger in nafs-kalten; daher bei gleicher Fortscliiebung das llinaustreten in dieEbene (das f^orritcketl des Gletschers ) nach nassen Som-mern stärker erscheint, als nach trockenen; auch mufs dazu diein der Höhe, eben der nassen Witterung wegen, häufigereSchneeablaeeruns mitwirken. Nach mehreren warmen undtrockenen Sommern wird die Abschmelzung am untern Theilevermehrt, die Zunahme in den höheren Regionen, des heiternW etters wegen, verringert, und der Gletscher zieht sich zurück ,weil mehr geschmolzen wird, als nachkommt. An eine Periodedieses Vorrückens und Zurücktretens ist nicht zu denken. Oftnimmt ein Gletscher mehrere Jahre hindurch beträchtlich zu,während dem ein anderer benachbarter abnimmt 1 . Auch dieSchnelligkeit der Fortbewegung ist sehr verschieden. Der Bos-son-Gletscher im Chamounithale war vomAugust 1815 bis Juli 1816um 50 Fufs vorgeschritten 2 , nach CHARrEJfTiEtt’s Angabe 3 so-gar in 3 Jahren 1048; oder jährlich 350 F’ufs. Auch Kuhn 4erwähnt vom Grindelwald - Gletscher, im Jahr 1773 dafs ereines Tages hart an einem Felsblocke gestanden habe; am fol-genden Morgen war er auf die Mitte desselben vorgerückt, undam nämlichen Abend war der Block bereits ganz vom Eisebedeckt.

Dafs das Vorrücken der Gletscher auch in den Höhen desewigen Schnees statt finde , davon zeugen die Unglücksfälle,welche im Frühjahr 1818 das Bagnetlial in Wallis an der südli-chen Grenze der Schweiz betroffen haben. Die Abstürze deshohen Getrozgletschers hatten die Thalverengung, durch wel-

1 Zahlreiche Beispiele hiervon finden sich in Biblioth. Univ.XIV. 285.

2 Bibi. Univ. 1816. Jnniheft n. G. Ann. LXTV. 200,

3 O. Ann. LX1II. 409.

4 Ilöpfners Mag. I. 125.