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Dritter Band. E.
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Eis,

ist, verursacht einen Eisblink, der jedoch gelber erscheint alsder von Eisfeldern. Die ganze Erscheinung ist wahrscheinlichdas Product einer ungewöhnlichen Strahlenbrechung, welchedurch die verschiedene Temperatur der über dem Schnee undden Wasserflächen befindlichen Luftschichten hervorgebrachtwird, und die bei hellem Wetter in den Polargegenden so häu-fig vorkommt.

3. Eisgrotten, Eishöhlen; glacieres naturelles.

Natürliche Höhlungen in den Gebirgen , in welchen dasEis sich das ganze Jahr hindurch erhält. Sie befinden sich ge-meiniglich in Kalkgebirgen und scheinen folgende Eigenschaf-ten als Bedingungen dieser Eiskälte zu enthalten: 1. Eine hoheLage, 2. Eine beträchtliche Abtiefnng im Innern des Gebir-ges. 3. Abwesenheit alles Luftzuges im Innern. 4. Schutzgegen warme und feuchte Winde ; Oeflnung der Höhle nachNord undOst. Die erste dieser Bedingungen, die allen, mit Aus-nahme der Höhle von Besanfon, bisher bekannten Eisgrottender gemäfsigten Zone gemein ist, giebt uns die Hauptursacheder Eisbildung in diesen Hölilen an die Hand, nämlich einegeringe Erhebung der mittleren Jahreswärme über den Null-punct. In Folge derselben wird in der kühleren Hälfte desJahres mehr Eis gebildet als die wärmere Zeit zu schmelzenvermag, und die Frostkälte ist vorherrschend. Die zweite Be-dingung hingegen ist zu Erhaltung des gebildeten Eises uner-läfslich. Da nämlich warme Luftströme nur aufwärts steinen,die kalten sich herabsenken, so bleibt die kalte Luft, welchezur Winterszeit in die Höhle drang, immer in der Tiefe derEinsenkung, während dem die warmen Luftströme des Sommersnicht hinabsteigen können. Eie Eishöhle von Jiesanpon 1 hateine Senkung von 31 Toisen vom Eingänge bis zum Eise, dasdort von einem Dache von 24 Toisen Dicke bedeckt ist. Cos-signy fand daselbst im August und October 1743 das Thermo-meter im Grunde der Höhle nur 4°R. über Null. Bei einemandern Besuche den 22. April 1745 war es am Morgen um 5 Uhrauf dem Eispuncte; um Mittag nur 1° über demselben. DieEishöhle von St. George 2 281 Toisen über dem Genfersee ist

1 De Luc in den Aun. de Chim. XXL , 215. und Pictet inder Bibi. Uuiv. XX. 263.

2 Ebend, S. 121.