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Dritter Band. E.
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Elektr icit ät.

aber ist gar nicht zu begreifen, warum Wärmematerie und Licht-materie in den el. Erscheinungen mit so gänzlich abweichendenEigenschaften von denjenigen auftreten sollten, die sie sonstzeigen. Eine gröTsere Reinheit derselben kann doch wahrlichnicht der Grund davon seyn, da vielmehr alles, besonders dieEinwirkung auf unsere verschiedenen Sinnenorgane eine gröfsereZusammengesetztheit der E, wie der Licht- und Wärmematerieanzeigt. Man kann unmöglich eine Uebereinstimmung zwischendem positiven Feuerbiischel, der mit schönem purpur-violettemLichte in divergirenden, von einem Stamme ausfahrenden,Strahlen hervorbricht, auf der Zunge einen säuerlichen Ge-schmack bewirkt, einen deutlichen Phosphorgeruch verbreitet,und nur unter besondern Umständen eine Temperaturerhöhungbewirkt, mit reiner Wärmematerie finden,

Ruhland 1 hat einen neuen Versuch gewagt, die Natur derE. weiter aufzuklären. Seine Ansicht über das Verhältnifs derbeiden Elektricitäten gegen einander steht in der Mitte zwischender Franklin’schen und dualistischen Theorie. Zur Verdeutli-chung dieses Verhältnisses bedient er sich der Analogie desLichtes. Die Elektrisirung sey ähnlich der Polarisation desletzteren zu Farben. -{- E und —E verhalten sich gegen einan-der wie rothes und violettes Licht, sie seyen gleichsam ver-schiedene Spannungen, es komme an ihnen weniger ihr Gegen-satz als ihr Gemeinschaftliches in Betrachtung, doch ziehen siehier wie zwei Hälften einer Substanz einander an. -f-E sey vongröfserer Spannung, und so wie das Licht beim Durchgängedurch trübe Mittel als rother Strahl mit gröfsrer Spannung her-vortrete , so werde die E. auch um so mehr + E, je mehr sieWiderstand bei ihrem Heraustreten zu überwinden habe. Dochfinde nicht blols diese qualitative Spannungsverschiedenheitzwischen -f- E und — E statt, vermöge welcher das -f- Fi auchbei allen gradativen Verschiedenheiten doch stets seine charak-teristische Verschiedenheit von dem —■ E behaupte, so wiedie rothe Farbe bei den verschiedensten Abstufungen der Stärkegleichfalls beständig roth bleibe, sondern es setzen alle an denbeiden Elektricitäten vergleichungsweise untersuchtenWirkungenes aufser Zweifel, dafs das el. Fluidum die gröfste Masse habe,folglich der-— el, Körper im Verhältnifs der Aufnahme zu dem -j- el.

1 System der allgemeinen Chemie , Berlin und Stettin 1818.