Band 
Erster Band.
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Geschichte der alten Welt.

nur Theile derselben, die in Thätigkeit getreten sind, aber nach derVerbindung mit ihr und nach Ruhe znrückstreben. Die Buddhaistenerkennen in Folge davon auch die Trimurti und die übrigen Götterdes bramanischen Glaubens nicht an, aber sie verehren jenes Urscm unddie Weltordnung, die verschiedenen Buddha's und viele andere Götterund Geister; denn auch ihre Religion ist nach und nach in Götzendienstausgeartet. Sieverehren namentlich auch die Reliquien ihrer Buddha's,während dagegen die Bekenn er der bramanischen Religion alle Überrestetodter Körper als etwas Unreines verabscheuen. Sie haben sernerOpfer, die aber nicht blutig sein dürfen, sehr strenge Fasten undäußerst prunkvolle gottesdienstliche Festlichkeiten. Sie verwerfen dieheiligen Schriften der Bramanen, und ihre eigenen sind zum Unter»schied von diesen in der den Namen Pali führenden Sprache abge-faßt. Die Kasten-Einrichtung verdammen sie als etwas sehr Ver-werfliches. Ihre Priester, gewöhnlich Bonzen genannt', werdendaher aus allen Klassen der Gesellschaft genommen. Dieselbenmüssen zwar unverheirathet sein, allein nur so lange sie Priestersind; sie dürfen nach ihrem Belieben in die weltlichen Klassen zurückkehrenund dann eine Frau nehmen. Übrigens leben die buddhistischen Geist-lichen in Klöstern zusammen, welche in der Nähe der Tempel errichtet sind.

Die verschiedenen Sprachen der Jndier sind alle mit einanderverwandt, und gehören zu dem sogenannten indo-germanischenSprach stamm. Sie sind mit der Sprache der Zigeuner, der derKafir's und der todten, aber auf der Insel Java als heilige Sprachedienenden Kawi-Sprache am nächsten verwandt, und bilden mitdiesen diejenige Unterabtheilung jenes Sprachstamms, die mandie indische oder sanskritische Sprachfamilie nennt. Diewichtigste indische Sprache ist das Sanskrit, welches, zugleichmit dem der persischen Sprachfamilie angehörenden Zcnd, die ältestealler indo-germanischen Sprachen ist, und der gänzlich untergegange-nen Ursprache, von der diese insgesammt abstammen, am nächstensteht. Das Sanskrit war einst eine der Volkssprachen Indiens,wird aber schon seit einigen Jahrhunderten vor Christo nicht mehrgesprochen. Es gehört zu den vollkommensten Sprachen, die mankennt, und dient in Indien als heilige Sprache für den Cultus undals die Hauptsprache der Literatur. Es hat davon auch seinenNamen erhalten; denn Sanskrit heißt soviel als „die heilige, reine