Vabylonier und Assyrer.
^as südwestliche Asien ist der Stammsitz einer zu dem kau-kasischen Menschenstamm gehörenden Vvlkergrnppe, welche haupt-sächlich durch den eigenthümlichen Charakter ihrer Sprachen von denindv-germanischen Völkern verschieden ist, aber zugleich mit ihnen den
bildet. Diese zweite Hauptgruppe von Völkern erhielt den Namendes semitischen oder aramäischen Völkerstamms, mitBeziehung auf Sem, den biblischen Stammvater derselben, undwegen des Landes Arain oder Syrien, eines Haupt-Wohn-sitzes der semitischen Völker. Zu dem semitischen oder aramäi-schen Völker stau»« gehörten unter den Völkern des Alterthumsvornehmlich die Juden, die Araber, die Syrer, die Phöni-cier und die Punicr oder Karthager. Gewöhnlich zähltman auch die Babylonier, Assyrer und Egyptcr zu denSemiten; manche Gelehrte bezweifeln zwar nach den Ergeb-nissen der neuesten Sprachforschungen die Richtigkeit dieser Annahme,sie sind aber nicht im Stande, für jene Völker eine nähere Ver-wandtschast mit denen irgend eines anderen Stammes nachzuweisen.Von den Völkern der neueren Zeit sind, außer den Juden undArabern, die Kopten, die Nestorianer in Kurdistan, die Ma-roniten, die Drusen und einige andere kleine Stämme in Syriensemitischer Abkunft. Auch die Abyssinier gehören der Mehrzahlnach zu diesem Stamme. —
Im Osten der syrischen Wüste, an den Flüssen Enphrat undTigris, befand sich der Mittelpunkt zweier Staaten, welche in der älterenGeschichte des Orients unter dem Namen des babylonischen unddes assyrischen Reichs eine große Rolle spielen. Das Hauptlanddes einen oder das eigentliche Babylonien lag zwischen den