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Geschichte der alte» Welt.
Unter Sardanapal war ein unternehmender Mann, welcherNabopolassar oder Nebukadne; ar I. genannt wird, assyrischerStatthalter in Badylonien. Dieser machte sich, etwas über 600 Jahrevor Christi Geburt, in seiner Provinz unabhängig. Er verband sichhierauf mit dem «irdischen König Cyarares, dessen Tochter sich mitseinem Sohn Nebnkadnezar vermählte, und griff mit ihm dasassyrische Reich an. Sardanapal unterlag im Kampfe mit diesenFeinden: er wurde von. ihnen in Ninive belagert, und als durchdas Anschwellen des Tigris ein Theil der Mauern der Stadt ein-stürzte, verbrannte er sich mit seinen Weibern und Schätzen. DieStadt wurde zerstört, und das assyrische Reich zwischen den Erobererngetheilt.
In Babylonien, welches nun der herrschende Staat in Vorder-Asien wurde, waren zu einer uns unbekannten Zeit von den Assy-rern die Chaldäer angesiedelt worden, ein kriegerisches Volk,das seither in den nördlich von Assyrien, gegen das schwarzeMeer hin liegenden Gebirgen gewohnt hatte, und lange Zeit den Kerndes assyrischen Heeres bildete. Es ist höchst wahrscheinlich dasselbeVolk, welches heut' zu Tage den Namen der Kurden führt, unddem persischen Völkerzweig des kaukasischen Menschcnstamms ange-hört. Dieses kräftige, kriegslustige Volk wurde alsbald der vor-herrschende Theil der Bevölkerung des Landes Babylonien, inwelchem sogar die Priesterkaste nach ihm ihren Namen erhielt, sodaß also das Wort Chaldäer eine doppelte Bedeutung hat, undbald jenes Volk, bald die Mitglieder der babylonischen Priesterkastebedeutet. Auch Nabopolassar, der Gründer der neuen babylonischenDynastie, gehörte diesem Volke an.
Nabopolassar gerieth in einen Krieg mit dem egyptischenKönig Necho. Diesem gelang es für eine Zeitlang, seine Herrschafterobernd bis zum Euphrat auszubreiten. Nebnkadnezar II.aber, Nabopolassar's Sohn, der anfangs als dessen Mitregentherrschte, brachte 604 v. Chr. dem egyptischen König bei der StadtKarchemisch oder Kirkestum am Euphrat eine totale Niederlage bei,unterwarf die von diesem eroberten Länder Asiens wieder, undzwang auch den Kömg Jojakim von Juda, ihm zu huldigen. DieJuden fielen mehrere Male von ihm ab, wurden aber jedes Malwieder unterworfen; zuletzt zerstörte er ihre Hauptstadt Jerusalem