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Erster Band.
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Orientalische Völker. Babylonier und Assyrer. 53

(585), und ließ den größten Theil von ihnen nach Babylonienwegführen. Die Phönicier unterwarfen sich ihm gleich anfangsfreiwillig, mit Ausnahme von Tyrus. Der babylonische König be-kriegte zwar die hcldenmüthigen Bewohner dieser Stadt Jahre lang,vermochte aber nicht sie zu besiegen. Er zog init seinem Heere auchnach Egypten, und eroberte dieses Land, aus welchem er ebenfallseinen Theil der Einwohner nach Babylonien versetzte. Er sollsogar auch die an Egypten grenzenden Länder Afrika's sich zinsbargemacht haben. Dieser große Eroberer ist es wahrscheinlich ge-wesen, welcher die von dem Alterthum als Wunderwerke ange-staunten und gewöhnlich der Scmiranris zugeschriebenen Bauwerkein Babylon, nämlich die ungeheuren Mauern, die prächtigen Thore,die königlichen Paläste und die hängenden Gärten, errichten ließ.

Nach dem Tode dieses KönigS, welchem 562 v. Chr. seinSohn Evilmerodach in der Regierung nachfolgte, sank das baby-lonische Reich schnell von seiner Höhe herab, während das derWeder und Perser sich heb und an Umfang zunahm. Nachdemnoch einige Könige über Babylonien geherrscht hatten, griff der Perser.König Cyrus dieses wankende Reich an, dessen letzter Beherrschermit dem kurz zuvor von Cyrus besiegten lydischen König Krösusgegen die Perser verbündet gewesen war. Nach einer Niederlagedes babylonischen Heeres wurde Babylon von Cyrus belagert.Die Stadt gericth, wie es heißt, dadurch in die Gewalt der Feinde,daß diese den durch Babylon fließenden Euphrat ableiteten, undsodann, vermittelst des trocken gelegten Bettes desselben, nächtlicherWeile in die Stadt eindrangen. Babylonien verlor seine Selbst-ständigkcit, und wurde zu einer persischen Provinz gemacht(539 v. Chr.). -

Dies ist die Geschichte der beiden Reiche, welche vom Euphratund Tigris her abwechselnd einen großen Theil von Vorder-Asienbeherrschten. In Betreff der Assyrer sind uns über ihre Sitten, ihrbürgerliches Leben und ihre Religion so wenige Nachrichten überliefertworden, daß wir hierüber fast ganz im Unklaren sind. Dagegen sindwir über die inneren Verhältnisse Babyloniens besser unterrichtet.In beiden Reichen herrschten die Könige mit unumschränkter Ge-walt, und ihre Verfassung war also dieselbe, welche seitdem inder westlichen Hälfte Asiens herrschend geblieben ist, d. h. die einer