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Orientalische Völker. Egypter.
ist eine große Fläche, welche von dem dort in mehrere Arme zer-theilten Nil-Fluß durchströmt wird, und im Westen mit der libyschen,im Osten mit der arabischen Wüste zusammenhängt. Der viel grö-ßere übrige Theil des Landes oder Ober- und Mittel-Egypten istein langes, vom Nil durchströmtes Thal, das von zwei Gebirgs-zügen gebildet wird, von denen das der Westseite den Namen derlibyschen, das der Ostseite dagegen den der arabischen Ketteführt. Diese Gebirge, welche bald mehr bald weniger von einan-der entfernt sind, bestehen an der südlichen Grenze Egyptens haupt-sächlich aus Granit, weiter nach Norden zu aus Sandstein, undvon der Gegend der alten Stadt Theben an bis zur Grenze vonUnter-Egypten aus Kreide und Kalkstein. Sie sind von geringerHöhe, und mit Ausnahme einzelner weniger Sträucher, die sichhier und. da finden, zeigt sich auf ihnen durchaus keine Vegetation.Auch diese Gebirge werden auf ihrer äußeren Seite von Wüstenbegrenzt, die im Osten bis zum arabischen Meere reichen, im Westenaber mit der großen libyschen Wüste zusammenhängen.
' Egypten ist also ein langer, im Norden sich fächerartig aus-breitender Streifen fruchtbaren Landes, welcher inmitten von Wüstenliegt. Auch nach Süden zu ist Egypten fast ganz von der übrigenWelt abgeschlossen, da der Nil dort ebenfalls von Wüsten umgebenist, und überdies in geringer Entfernung von der Grenze des Lan-des durch Klippen und Stromschnellen unfahrbar gemacht wird. ImOsten Egyptens enthält die Wüste bis zum rothen Meer keine ein-zige Stätte fruchtbaren Landes; im Westen dagegen liegen, baldmehr bald weniger von dem Thalc des Nil entfernt, wie Inselnim öden Sandinecr, einige vereinzelte Strecken Landes, welche Quellenund eine Pflanzendecke enthalten. Diese Strecken, von den Arabern Wah'soder Wadi's, von den Europäern aber nach einem alt-egyptischcn WorteOasen genannt, sind vertiefte Stellen der Wüste, in welchen ausdem Fuß des umliegenden höheren Landes Quellen hervorbrechen,und so dein Pflanzenlcben eine Stätte bereitet ist. Die wichtigstenderselben sind: die am weitesten von Egypten entfernte OaseSiwah oder, wie sie im Alterthum hieß, die Oase des Ammo-nium, die Oasen cl Bahryeh, Farafrch und Dakhel, und dieam südlichsten gelegene Oase el Khargeh, die bei den Alten den Na-men der großen Oase führte. Alle diese Oasen gehörten in