Band 
Erster Band.
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Geschichte der alten Welt.

alter Zeit zum egpptischen Reiche.. Die berichmteste derselben wardie zuerst genannte, weil sie einen Tempel Patte, der wegen seinerOrakclsprüchc auch außerhalb der Grenzen Egpptcns großes Ansehenbesaß. Der Tempel war vorzugsweise dem Gottc Ammon-Na,dem höchsten der von den Egpptern verehrten Götter, gewidmet,der mit einem Widderkopfe dargestellt, und von den Griechen undRömern Jupiter Ammvn genannt wurde. Dem Dienste diesesGottes und seinem Orakel stand eine zahlreiche Priestcrschaft vor,welche zugleich die Regierung auf der Oase führte. Bon demTempel oder, wie er häufig genannt wird, dein Ammonium habensich noch bis auf den heutigen Tag Trümmer erhalten.

Egpptcn selbst würde eine Wüste sein, wie die cS begrenzendenLandstriche, wenn es nicht vom Nil dnrchflossen wäre; denn mitAusnahme einzelner schwacher Regenschauer gibt es im unteren Theiledieses Landes jährlich nur sehr selten einen Regen, in Obcr-Egpptcnaber regnet es nur alle 15 — 20 Jahre einmal, und es würde da-her nirgends eine Pflanze gedeihen können, wenn nicht der Nil denBoden des Landes regelmäßig befeuchtete. Dieser Fluß, dessenWasser auch das alleinige Trinkwasscr für die Bewohner des Lan-des ist, steigt jedes Jahr von Ende Juni an bis zur Tag- undNachtgleiche des Herbstes, bleibt dann etwa vierzehn Tage aufseiner höchsten Wasserhöhe stehen, und fällt hierauf wieder mit lang-samer, bis Ende Mai des nächsten Jahrö dauernder Abnahme.Während seines höchsten Standes hält der Nil eine Zeitlang einenTheil des Landes zu beiden Seiten seiner Ufer überschwemmt. So-weit nun diese Überschwemmung reicht, ist das Land fruchtbar, un-mittelbar an der Grenzlinie derselben aber beginnt die pflanzenloseWüste. Der Nil hat also in Egpptcn zwei Betten, ein großes,das er ein Mal im Jahr bei seinem Hochwasser einnimmt, und einkleines, welches er stets ausfüllt. Alles, was außerhalb seinesgrößeren Bettes liegt, ist Wüste; und die Grenze zwischen ihr unddem Pflanzen-tragcnden Lande ist meistens so scharf bestimmt, daßman fast mit dein einen Fuße in dem letztem, mit dem andern inder Wüste stehen kann. Jedoch nicht allein Feuchtigkeit gibt derNil dem Boden, sondern er düngt denselben auch. Er enthältnämlich während der Zeit seines jährlichen Hochwasscrö einen all-gemein fruchtbaren Schlamm, den er auf das überschwemmte Land