Band 
Erster Band.
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Orientalische Völker. Jsraeliten. jgz

durch die Theilung eines derselben in zwei erhalten ward, dasLand Kanaan vertheilt wurde, blieb der Stamm Levi ohne Landbesitz;er wurde in dem Gebiet aller übrigen Stämme angesiedelt, und erhieltden Zehnten vom Ertrage des Bodens. So wurde zwar auchunter den Jsraeliten eine Priesterkaste gegründet; aber diesebildete nicht, wie bei den Jndiern und Egpptern, einen Gegensatzgegen die weltlichen Stände, sondern gehörte vielmehr selbst ihnenhalb an, und das gestimmte israelitische Volk war dadurch für im-mer gegen eine Herabwürdigung gesichert, wie sie in Egppten undIndien die unteren Kasten zu erdulden hatten. Die Religion wurdeauf das innigste mit dem Staat und dem Leben seiner Bürger inVerbindung gebracht, und durch das Verbot des Handels und desBilderdienstes, sowie durch die religiösen Vorschriften und Lehrenward dafür gesorgt, daß die Ausartung zmn Götzendienst und dasmoralische Verderbniß so viel als möglich ferne gehalten werde.

Moses starb um das Jahr 1480 v. Chr. Der von ihm zurFührung der Jsraeliten auserkorene Josua eroberte Kanaan.Hier wurden die einheimischen Völker ausgerottet und das Landunter die zwölf Stämme vertheilt. Die ersten dreihundert Jahrenach der Niederlassung in Kanaan (bis zur Mitte des zwölftenJahrhunderts vor unserer Zeitrechnung) nennt man die Zeit derRichter. Es ist eine Zeit des Schwankens in Bezug auf dasvon Moses verkündigte religiöse und bürgerliche Gesetz. Die Js-raeliten fielen öfters in das nomadische Wesen, welches Moses ver-bannt hatte, sowie durch die Berührung mit benachbarten Völkernin das Gaukelwerk des Götzendienstes zurück. Die zwölf Stämmeoder Staaten, in welche sie nach der Anordnung Mosis geschiedenwaren, hatten durch die Gleichheit der Abstammung, des Glaubens,der Gesetze und der Sitten mit einander verbunden bleiben sollen;allein es brach häufig Zwietracht unter ihnen aus, und mancher Staunnward im Kampfe mit den heidnischen Nachbarn muthlos oder imVerkehr mit ihnen von ihrem Götzendienst angelockt, und so durchAbtrünnigkeit von dem Glauben oder durch Unterwerfung unter dieFeinde von den übrigen Stämmen getrennt. Da traten von Zeitzu Zeit begeisterte Helden auf, die den sinkenden Patriotismus undGlauben aufrichteten, die Feigen ermuthigten, und im Kampfe mitden Heiden ihre Landsleute von der Herrschaft derselben befreiten.