Geschichte der alten Welt.
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Sie standen theils an der Spitze eines einzigen Stammes, theilsmehrerer verbündeter, theils aller Stämme. Weil sie gewöhnlichnach geendigtcm Kriege auch als oberste Beamten an der Spitzedes Staates stehen blieben, so nennt man sie Richter oder Suffeten.Die berühmtesten derselben waren Ath niel, die Prophetin Debora,Gideon, Jephtha und Simson. Zuletzt ward, gegen dieMosaische Anordnung, nach welcher die geistliche und weltliche Machtvon einander getrennt bleiben sollten, die Würde des Richters oderweltlichen Gewalthabers mit der des Hohenpriesters vereinigt, in-dem man dem Hohenpriester Eli das Nichteramt übertrug. Alleindas israelitische Volk sank gerade damals auf das tiefste, Eli'sbeide Söhne erlaubten sich sogar, das Ansehen des Vaters mis-brauchend, die ärgsten Frevel, und die Nation schien zugleich demsittlichen Verderben und der Übermacht des feindlichen Volks derPhilister erliegen zu sollen. Da starb Eli, und an seine Stelleward 1156 v. Chr. als Richter ein Mann ernannt, der die Jsrae-liten von dem Untergang errettete.
Dieser Retter war Samuel, durch dessen Ernennung dasRichteramt wieder von der Hohenpriesterwürde getrennt wurde, undunter welchem endlich der von Moses verkündigte Glauben festeWurzeln schlug. Er, ein Mann von wahrer Frömmigkeit, strengerGerechtigkeit und hoher Einsicht, wußte den Patriotismus und Muthder Jsraeliten zur Abwehr der ihnen von den Philistern droh-enden Gefahr zu entflammen, und belebte den halb erloschenenNationalstnn von neuem. Er befestigte denselben namentlich durchdie Stiftung der sogenannten Propheten-Schulen, in welchen jungeMänner eine höhere geistige und moralische Bildung erhielten, undzur Leitung und Belehrung des Volkes befähigt wurden. Aus die-sen Schulen gingen nicht allein die größten Dichter der Nation,sondern auch jene begeisterten Patrioten und Oppositions-Männerhervor, welche später unter dem Namen Propheten das MosaischeGesetz und Recht mit kühnem Muthe gegen die Gewalt der Herr-scher vertheidigten.
Der kriegerische Sinn, der damals, in Folge des neu auf-lebenden Nationalsinnes und der Besiegung der Feinde, sich desisraelitischen Volkes bemächtigte, trieb dasselbe zu dem Wunsche,gleich den übrigen Völkern einen König zu haben, der als alleiniges