Orientalische Völker. Phönicier. Hz
sich die Phönicier, von Eiden aufgeregt und geleitet, an eine großeEmpörung an, die in Egypten ausbrach und sich von da nach Asienverbreitete. Diese Empörung mislang, und die Phönicier mußtensich der persischen Herrschaft von neuem fügen. Damals unter-warfen sich, bei der Annäherung des persischen Heeres, die phönici-schcn Städte freiwillig; nur Eiden befolgte das Beispiel, dasfrüher zweimal seine Nebenbuhlerin Tprus gegeben hatte: dieSidonier verbrannten ihre Schiffe, damit niemand an die Flucht denkenkönne, und als durch den Verrath eines mit ihnen verbündetenFürsten ihre Stadt in die Hände des Perser-Königs fiel, und diesersogleich die edelsten Bürger ermorden ließ, zündeten sie selbst dieStadt an und verbrannten sich und ihre Schätze. Zwar wurdeSidon alsbald wieder aufgebaut, und schon zwanzig Jahre nachherfinden wir die Stadt wieder bevölkert und blühend; allein Tprusschwang sich damals durch seinen Handel von neuem über sie empor.
Als um das Jahr 333 v. Chr. Alexander der Große dasPersische Reich eroberte, unterwarfen sich die phönicischen Städte ihmfreiwillig, mit alleiniger Ausnahme von Tprus, welches damalsallein aus der Jnselstadt bestand. Mit dem ausdauerndsten Mutheleisteten die Tpricr den belagernden Feinden Widerstand; Alexandermußte seine ganze Kriegskunst und den ganzen Muth seines Heeresaufbieten, um sie zu unterwerfen, und doch konnte er erst nacheiner Belagerung von sieben Monaten und nach großem Verlust dieStadt einnehmen. Die Tprier wurden grausam bestraft: Alexanderließ nämlich alle, die in seine Gewalt fielen, als Sklaven ver-kaufen. Die Stadt erhob sich zwar auch damals bald wieder;allein die Zeit der Phönicier war abgelaufen: der Welthandel zogsich nach der von Alexander gegründeten Hauptstadt Egpptens, undPhönicicn verlor damit den letzten Nest seiner commercicllen Be-deutung, und blieb seitdem stets ein unselbstständiger Theil fremderReiche. —
Der Handel und die Schifffahrt, durch welche die Phö-nicier eine so große Wichtigkeit in der Weltgeschichte erlangt haben,sind oft mit Übertreibung dargestellt worden. DicPhönieier haben zuerstvon allen Völkern im Westen des alten Contiucnts die See befahren"nd eine Schifffahrtskunst entwickelt; allein sie haben so weiteFahrten, als man von ihnen erzählt, theils gar nicht, theils nicht
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