Geschichte der alten Welt.
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verloren, so welkte alle Blüche dahin. In dem großen Reiche derPerser war bald kein Nationalgefühl mehr und überhaupt keinStreben nach einem höheren Ziele der Menschheit. Das Glückdes Menschen bestand darin, daß er aß, trank, das Befohlene that,und sich zuweilen in Lüsten von der Arbeit erholte. Der Bürgerdes Staats, Pflügte und webte, ackerte und baute, und ließ sichvon Zeit zu Zeit in einen Krieg treiben, an dein sein Her; nichtTheil nahm; und die ganze Bevölkerung des weiten Reichs glicheiner Heerde Schafe, die auf glücklicher Weide graste, bis sie end-lich ein Raub der Wölfe ward.
Was die einzelnen Theile des Staats und seiner Verwaltungbetrifft, so hatten die Magier oder die Mitglieder der Priester-kaste einen gewissen Einfluß im Staate. Sie salbten den Königbei seiner Thronbesteigung, führten die Jahrbücher über seine Re-gierung, wurden auch in weltlichen Staatsämtern, welche Kennt-nisse erforderten, gebraucht, und hatten die Bestattung der Königezu leiten. Neben ihnen standen sieben Reichsfürsten dem Königeam nächsten. Diese hatten jederzeit ungehinderten Zutritt zu demInneren des Palastes, und bei der Thronbesteigung des Königsverwalteten drei von ihnen die besonderen Ehrenämter, ihn mitdem Kleide des Cprus und mit der Tiara oder der königlichenKopfbedeckung zu bekleiden und ihm den Degen umzuschnallen. DerKönig wurde als eine geheiligte Person angesehen, vor welchemjedermann sich zur Erde niederwerfen mußte. Ein glänzender, auseiner Menge Menschen bestehender Hofstaat umgab ihn, und füralle seine Diener und Beamten war ein mannichfaltiges Ceremo-niell vorgeschrieben. Außer den prachtvollen Palästen in denResidenzen des Reichs besaß er in den verschiedenen Ländern des-selben viele Jagdschlösser und sogenannte Paradiese, d. h. königliche iGärten und Park's.
Das Reich war, wie schon oben angegeben wurde, in zwanzigSatrapieen oder Statthalterschaften eingetheilt, deren Verwaltungje einem vvm Könige ernannten Großen anvertraut war. Obgleichdie Satrapen durch öftere Absendnng königlicher Bevollmächtigtenbewacht wurden, so herrschten sie doch meist willkürlich; und ob-gleich die Truppen ihrer Statthalterschaft nicht ihnen, sonderneinem besonderen General untergeben waren, so wußte doch