150 Geschichte dcr alten Welt.
Zahl von Inseln, daß der Namen des Meeres Archipelagus des-halb ein Begriffswort geworden ist, und zur Bezeichnung jedesinselreichen Meeres der Erde überhaupt gebraucht wird.
Der südliche Theil der türkisch-griechischen Halbinsel ist dasLand der alten Griechen. Er beträgt, die zu ihm gehörenden Inselnmitgerechnet, nur etwa einen Sechstel der Große von Deutschland,und entspricht also seinem Umfang nach den Königreichen Baiernund Würtemberg zusammengenommen. Von den geographischenVerhältnissen dieses Landes enthält das Nachfolgende diejenigenEinzelheiten, welche für das Verständniß der alt-griechischen Ge-schichte vorzugsweise bemerkenswerth sind.
Das griechische Land zerfällt naturgemäß in drei Theile, welcheNordgriechenland oder Thessalien und Epirus, Mittelgriechenland undder Peloponnes oder die Morea heißen. Im Norden hängt das Landdurch die über sieben tausend Fuß hoch sich erhebende Kette des Pind usmit den Gebirgen der westlichen und nördlichen Türkei zusammen.Der Pindus zieht in südöstlicher Richtung mitten durch das nörd-liche Griechenland. Nach Westen laufen von ihm mehrere Berg-züge aus, welche das rauhe Bergland Epirus bilden. Im Ostensendet der Pindus zwei Haupt-Gebirgszüge aus; der eine vonihnen ist das weniger bemcrkenswerthe kambunische oder, wie esjetzt heißt, das Volutza-Gebirge, welches die Grenze von Macedo-nien und Thessalien bildet, und mit dem sechs tausend Fuß hohenBerg Olympus am Busen von Salonichi endigt; der andereGebirgszug heißt Othrys, und zieht auf der Nordgrenze desheutigen Griechenlands zu dem Busen von Volo hin. Zwischenden äußersten östlichen Enden dieser beiden Gebirgszüge liegt, par-allel mit der Pindus-Kette, das Gebirge Pelion, dessen nörd-lichster Berg Ossa an den Olympus stößt, und dessen südlicherTheil nur durch niedere Höhen mit dem Ost-Ende des Othrys ver-bunden ist. Zwischen dem Pindus, dem kambunischen Gebirge,dem Pelion und dem Othrys liegt der wichtigste Theil desjenigenLandes, welches im Alterthum Thessalien hieß, und theils ausdem sich verlaufenden Fuß dieser Gebirge, theils aus sehr frucht-baren Ebenen besteht. Er wird von dem Flusse Peneus durch-strömt, und hat nur einen einzigen natürlichen Ausgang, nämlichdie zwischen Ossa und Olympus liegende romantische Schlucht,