Griechen. Früheres heroisches Zeitalter. 177
der berühmteste, von denen des zweiten dagegen der tapfereDiomedes.
Die Geschichte der Pelopiden ist besonders wegen der Reihevon Gräuelthaten und Mißgeschicken merkwürdig, durch welche die-ses Haus auf eine so sehr traurige Art sich auszeichnete, daß das-selbe einer der Hauptgegcnstände der tragischen Dichtkunst spätererZeiten ward. Schon des Pelops Vater, Tantalns, ein Königvon Phrpgien, hatte sich schwer gegen die Götter versündigt, welcheihn vor allen andern Sterblichen ehrten. Er schlachtete, um ihreAllwissenheit zu prüfe», seinen Sohn Pelops, und setzte sein Fleischihnen als Speise vor. Die erzürnten Götter riefen den Sohn desTantalns ins Leben zurück, verstießen ihn selbst aber in die Unter-welt, wo er, mitten im Wasser stehend und durch den Anblick löst-licher Früchte gereizt, ewig Hunger und Durst leiden muß, weil erunersättlich gewesen war, und im höchsten, einem Sterblichen ge-währten Glücke sich zu frevelhaftem Übermuth hatte hinreißen las-sen. Sein Sohn Pelops tödtete in Elis den König Oenomausdurch Hinterlist, um dessen Tochter und Reich zü erhalten. Auchden Diener desselben, MprtiluS, dessen er sich zu dieser Thatbedient hatte, ermordete er, um ihm nicht die versprochene Hälftedes Königreichs abtreten zu müssen. Myrtilns war aber einSohn Neptun's gewesen, und der Zorn dieses Gottes waltete nununversöhnlich über der Familie des Pelops. Seitdem wurden ge-genseitiger Mord und andere Gräuelthaten in dem Hause der Pe-lopiden gleichsam erblich. Von des Pelops Söhnen waren Atreu sund Thyestes die berühmtesten. Diese gelangten in den Besitz desReiches Mpcenä, und theilten dasselbe unter sich. Sie lebten insteter gegenseitiger Feindschaft, tödteten einander einen Theil ihrerKinder, und begingen aus Haß und Wuth noch manche andereFrevelthaten. Zuletzt wurde Atreus durch des Thpestes Sohn,Aegisthus, und Thpestes durch des Atreus Sohn, Agamemnon,getödtet. Der Letztere versagte den Aegisthus aus seinem Reiche,und bemächtigte sich desselben. Er vermählte sich hierauf mitKlp-tämncstra, der Tochter des spartanischen Königs Tyndareus,ward später der Führer der verbündeten Griechen gegen Trosa,und verlor, wie unten erzählt werden wird, durch Aegisthus undseine treulose Gemahlin das Leben. Seine Kinder, Jphigenia,
Schlosser'» Weltgesch. f. d. B. I. ir