Griechen. Die Colonieen.
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Die Lage der kleinasiatischen Griechen änderte sich, als imsiebenten Jahrhundert vor Christo das lydische Reich, unter denanf einander folgenden Königen Gpges, Ardyes, Sadyattes, Alyat-tes und Krösus, iimner ausgedehnter und mächtiger wnrde; denndem Kampf mit einem größeren und zugleich geschickt geleitetenStaate waren die Colonieen in Kleinasien nicht gewachsen, weil siekein geschlossenes Ganze bildeten und, auf eine lange Küstcnliniehin vertheilt, leicht einzeln bekriegt werden konnten. Nach einemlangen Kampfe mußten sie daher fast insgesammt sich dem letztenlpdischen König, Krösus, unterwerfen. Als die Perser unter Cprusdas lydische Reich eroberten, huldigten die Aeolier und Dorerdiesem neuen Herrn von Vorderasien wahrscheinlich freiwillig. Bonden Joniern thaten dies nur die Bürger von Milet, die andernStädte dagegen beschlossen »ach einer gemeinschaftlichen Berathung,sich den Persern zu widersetzen und die Spartaner nin Hülfe an-zugehen. Die Letzteren erfüllten aber diese Bitte nicht, und dieionischen Städte wurden nun einzeln von den Persern unterworfen.Nur die Bürger von Phokäa und Teos wollten das persische Jochunter keiner Bedingung tragen, und entsagten, wie bereits in derpersischen Geschichte erzählt ward (s. oben S. 127), lieber ihrerHeimath, als ihrer Freiheit. Ebendaselbst ist auch schon berichtetworden, daß die ionischen Griechen zu Darms Hystaöpis Zeit sichgegen die Perser empörten, und von ihnen alsbald wieder unter-worfen wurden (s. oben S. 136). Das Land litt durch die Ver-wüstungen des persischen Heeres sehr, und die Bewohner desselbenwurden mit Härte bestraft, besonders die Bürger der Stadt Milet,von denen die Empörung ausgegangen war. Milet wurde ge-plündert und theilweise zerstört, ein großer Theil der Einwohnergetödtct und die Mehrzahl der übrigen in das innere Asien ge-schleppt und am Tigris angesiedelt. Doch stieg die Stadt wiederaus ihren Trümmern empor.
Von den einzelnen äolischen, ionischen und dorischen Colonieenin Kleinasien hatten, bis zur Zeit der Unterwerfung unter diePerser, Milet, Phokäa und SamoS die größte Bedeutung. Miletwar in der älteren Zeit die reichste und mächtigste aller je-ner Colonieen. Diese Stadt erhob sich so sehr, daß sie acht-zig bis hundert Kriegsschiffe besaß. Sie entwickelte eine große