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Erster Band.
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Griechen. Die Colonieen. 2,'jj

5. An der Westseite des schwarzen Meers ist beson-ders der Seeplatz Odessus, eine Colonie von Milet, zn be-merken. Dieser Ort lag ungefähr in der Gegend der heutigentürkischen Stadt Warna, und führte, ebenso wie Sinope, Olbiaund Byzanz, namentlich einen bedeutenden Handel mit gesalzenenFischen und Fleisch.

6. Die Verbindung zwischen dem schwarzen Meer unddem Archipelagus bilden die Straße von Konstantinopel oder,wie die Alten sie nannten, der thracische Bosporus, das Marmara-Meer oder die Propontis und die Dardanellen oder der Hellespont.Die europäischen Küsten dieser Gewässer gehörten zu dem LandeThracien, die asiatischen zu Mpsien und Bithynien. Beide ent-hielten viele griechischen Colonieen. Am Eingang des thracischcnBosporus in die Propontis lag auf der asiatischen Seite Chal-cedon, auf der europäischen dagegen die Stadt Byzanz. Jenes,eine Colonie der Megareer, war zwar kein unwichtiger Handels-platz, konnte sich aber, im Vergleich mit Byzanz, nie zu einer beson-ders großen Bedeutung erheben. Byzanz oderByzantium dagegenist die wichtigste von allen dorischen Colonieen und die berühmtesteund geschichtlich bedeutendste aller griechischen Pflanzstädte über-haupt. Es war, 659 v. Chr., von Megara aus gegründet wor-den, erhielt aber später auch aus Athen und Milet viele Einwohner.Von einem fruchtbaren Boden umgeben, an einer äußerst fischreichenStelle des Meeres gelegen, mit einem trefflichen Hafen versehenund auf der Grenze zweier Welttheile sowie an der Verbindungs-straße zweier Meere erbaut, hatte Byzanz so viele natürliche Be-günstigungen, wie kaum irgend eine andere Stadt des Erdbodens.Doch begann die hierauf beruhende große Bedeutung der Stadterst in der zweiten Hälfte des Alterthums, weil Byzanz früher,theils wegen der Nähe roher thracischer Stämme, theils wegender Nebenbuhlerschaft mancher anderen griechischen Colonie, in dervollständigen Entwickelung seiner natürlichen Vortheile gehemmtwar. In der älteren Zeit beruhte die Bedeutung dieser Stadt aufihrer ergiebigen Fischerei und auf ihrem Handel mit gesalzenenFischen und mit Getraide. Byzanz wurde zweimal zerstört, näm-lich fünf hundert Jahre v. Chr. durch die Perser unter Darius I.und 196 n. Chr. durch den römischen Kaiser Septimius Severus.