Band 
Erster Band.
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Griechen. Die Colonicen.

zu erheben anfingen, eine unauslöschliche Eifersucht erweckten. Mitbeiden Staaten waren sie deshalb häufig in Kriege verwickelt,welche mit abwechselndem Glücke geführt wurden. Als endlichDarius l. seinen ersten Kriegszug gegen Griechenland rüstete, undAegina aus Handelsklugheit sogleich dem Perser-König huldigte,benutzten die Athener dies zum Verderben der Insel. Auf ihrBetreiben wurden nämlich die Bewohner derselben von den Spar-tanern hart gezüchtigt. Die Aegineten bewiesen nachher in denPerser-Kriegen selbst durch Tapferkeit ihre Vaterlandsliebe, konntenaber dadurch dem ihnen drohenden Untergang sich nicht entziehen,während dagegen Athen gerade durch diese Kriege sich zur erstenSeemacht von Griechenland erhob. Sechszig Jahrzehnte nach demBeginn der Perser-Kriege erlag Aegina seinem übermächtigen Feindeganz und gar. Die Insel wurde von den Athenern erobert, ihreBewohner vertrieben und durch athenische Colonisten ersetzt.

Auf Kreta wanderten, kurz nach der Rückkehr der Herakliden,Dorer ein, welche bald der vorherrschende Theil der Bevölkerungwurden, nachdem der Sage nach schon in den ältesten Zeiten an-dere Dorer sich dort angesiedelt hatten. Von diesem dorischen Theilder kretischen Einwohnerschaft rühren sicherlich die Grundzüge deroben (S. 171) erwähnten Staatsverfassung her, welche der be-rühmte König der Urzeit, Minos I., der Insel gegeben haben soll.Diese Verfassung war auf die Unterdrückung der Einwohner vonanderer Abstammung gegründet: die Dorer hatten allein Antheilan der Regierung, und lebten blos den Wasfenübungcn, demKriege und der Jagd, während die übrigen Kreter theils alsSklaven, theils als Leibeigene, theils als freie Bauern und Ge-werbsleute die zu ihrem und der Dorer Unterhalt nöthigen Be-schäftigungen trieben. Zehn jährlich gewählte Beamten bildetendie leitende Staatsbehörde, und vertraten die Stelle der Könige,die schon sehr früh abgeschafft worden waren. Aus ihnen er-gänzte sich der aus dreißig lebenslänglichen Mitgliedern bestehendeSenat, welcher zu allen wichtigen Angelegenheiten seine Zustimmungzu geben hatte. Durch die von, Staate selbst geleitete und dieEntwickelung von Kraft und Muth bezweckende Erziehung derJugend, durch die stete Beschäftigung mit den Waffen und durchdas tägliche Zusammenspeisen aller Familien wurde unter den