Band 
Erster Band.
Seite
240
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Geschichte der alten Welt.

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städte daselbst fand der Sage nach schon unmittelbar nach demtrojanischen Kriege Statt; die sicheren Nachrichten über diese An-siedelungen aber reichen nicht weiter hinauf, als bis zum Anfangdes achten Jahrhunderts vor Christo. Diese Colonieen hatten zumTheil mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, und blühten dessen-ungeachtet zu einem Grade von Wohlstand und Macht auf, denalle folgenden Zeiten bewundert haben. An der Südküste vonUnteritalien z. B. lagen mehrere griechische Pflanzstädte, welcheeine zahlreiche Bevölkerung, eine große Seemacht, einen ausge-dehnten Handel und einen ans Unglaubliche grenzenden Wohlstandbesaßen, und doch findet sich an dieser ganzen Küste kein einzigersicherer und tiefer Hafen, und das Gestade des Meeres ist wegenvieler Sümpfe und der aus ihnen sich entwickelnden Luft sehr un-gesund, so daß dadurch heut' zu Tage die dortige Bevölkerung inihrer Zunahme und ihrem Wohlstände sehr gehemmt ist. Alleingriechischer Fleiß wußte selbst so große natürliche Schwierigkeiten zuüberwinden, künstliche Häfen zu schaffen, die Sümpfe in fruchtbare Fel-der und Gärten zu verwandeln, und da Reichthümer zu erwerben,wo jetzt die Einwohner kaum ihr Leben zu fristen vermögen. Aufdiese Weise gelangten die griechischen Pflanzstädte in Italien undSicilien zu Wohlstand und Macht, obgleich sie anfangs sich gegendie halbwilden, kriegerischen Ureinwohner zu vertheidigen hatten,obgleich die Tyrrhener oder Etrusker das Meer durch ihre See-räubereien lange unsicher machten, und obgleich die Griechen injenen Ländern an dem, gleich ihnen regsamen und unternehmenden,Seevolk der Karthager so mächtige Nebenbuhler hatten, wie sieihre Brüder am schwarzen Meer und in Kleinasien niemals ge-habt haben.

In Nnteritalien war es hauptsächlich die Südküste, aufwelcher Griechen sich ansiedelten. Doch breiteten sie sich auch außer-halb derselben, namentlich an der Westseite Italiens aus, wo dasnicht weit von Neapel gelegene Cumä die nördlichste griechischePflanzstadt in Italien überhaupt war. Ja, diese Colonieen warenso zahlreich und erhielten eine solche Bedeutung, daß sogar dieEingeborenen des Landes, wie zum Theil auch die von Sicilien,griechische Sprache und Sitten annahmen. In dem ganzen heutigenCalabrien wurde die griechische Sprache herrschend, und blieb es