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Erster Band.
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Griechen. Die Coloniecn. 2^5

für die griechische Welt die Zeit der Priesterherrschaft und desMönchstvesens beginnen. In Kreton war die Regierung bereitsseit einigen Jahrzehnten ganz in den Händen des Ordens, und auchandere Städte waren nahe daran, eine gleiche Umwandelung zuerleiden, als die Pythagoreer plötzlich an dem angeborenen politi-schen Geiste des griechischen Volks scheiterten. Gleich nach der Zer-störung von Sybaris nämlich erhob sich das gemeine Volk in Kroton,unter der Anführung eines Mannes, dem man früher die Aufnahmein den Orden verweigert hatte, gegen die Herrschaft der Pytha-goreer, ermordete einen Theil der Verbündeten, verjagte die übrigen,und stieß ihre Staatseinrichtung um. Ebenso erging es dem Ordenauch in den andern Städten. Pythagoras selbst wurde bei dieserUmwälzung entweder ebenfalls getödtet, oder, was wahrscheinlicherist, er entkam durch die Flucht nach Metapontum, und starb hier,gehaßt von den Bürgern derselben Stadt, welche ihn früher vieleJahre hindurch als Propheten verehrt hatte. Der Versuch, dasOrdens- und Mönchswesen unter die Griechen zu verpflanzen undim Widerspruch mit dem Volksgeist Verfassung und Sitten nachbloßen Theoricen einzurichten, war gänzlich fehlgeschlagen. DerBund der Pythagoreer bestand zwar, als ein geheimer Orden mitgewissen Erkennungszeichen, auch nach des Stifters Tod nocheine Zeitlang in Unteritalien fort, allein er erlangte keine Bedeut-ung mehr. Dagegen faßten manche der rein wissenschaftlichen Ideendes Pythagoras bei den Griechen Wurzel, und es gab noch langenachher eine Secte von Anhängern seiner wissenschaftlichen Philosophie,welche sich die der Pythagoreer nannte.

Die Krotoniaten hatten, wie bereits oben erzählt ward, wäh-rend der Herrschaft der Pythagoreer und unter der Anführung desihrem Bunde angehörenden Athleten Milo, die Stadt Sybaris er-obert und zerstört. Dadurch wurde Kroton die mächtigste Stadtvon Unteritalicn, bis Tarent es aus dieser Stellung verdrängte.Übrigens blühten auch in Kroton die Poesie, die bildenden Künsteund die Wissenschaften; namentlich war diese Stadt ein Hauptsitzder Arzneikunde, und die Ärzte von Kroton galten in Griechenlandlange Zeit für die ausgezeichnetsten.

Lokri, welches den Beinamen Epizephyrii d. i. daswestliche Lokri führte, war von Griechen verschiedener Stämme