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Erster Band.
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2Z0 Geschichte der alten Welt.

war. In dieser Verschiedenheit der Bevölkerung lag für Syrakus,wie für alle andern sicilianischen Colonieen, der Keim zu häufigeninneren Unruhen. Dazu kommt noch, daß die alleinige Herrschaftweniger Familien, welche in den meisten dorischen Staaten einge-führt war, nur dann sich lange behaupten konnte, wenn, wie in Spartaund Kreta, die regierenden Familien sich vorzugsweise mit krieger-ischen Übungen beschäftigten, und so sich selbst ebensowohl gegendie übrigen Bürger wie gegen auswärtige Feinde zu schützen ver-mochten. Dies war aber in Syrakus nicht der Fall, sondern dieherrschenden Familien der Stadt waren Handel-treibend, gelangtenzu großem Wohlstand, und gewöhnten sich an ein Leben des Ge-nusses und der Behaglichkeit. Sie hielten deswegen Miethtruppen,die sie mit ihren erworbenen Schätzen leicht bezahlen konnten, riefenaber dadurch eine neue Gefahr herbei; denn diese rohen Söldnerkamen oft zu dem Bewußtsein, daß auf ihnen der Staat beruhe,und ein bei ihnen beliebter Führer konnte deshalb mit ihrer Hülfesich leicht zum Herrscher auswerfen. Die andern griechischen Städtein Sicilien, welche ebenfalls eine gemischte Bevölkerung enthielten,hatten sich gegen alle solche Gefahren dadurch zu schützen gesucht,daß sie, vermittelst eigentlicher Verfassungen und umfassender Gesetz-gebungen, ihre Staatsverwaltung den Verhältnissen gemäß ordneten,und die Rechte der Bürger genau bestimmten und gegen einanderabwägten. Allein in Syrakus griff man erst gegen das Ende des fünftenJahrhunderts vor Christo zu diesem Mittel, weil man früher diedorische Regierungsweise nicht gern hatte aufgeben wollen. Biszu dieser Zeit half man sich bei inneren Unruhen nicht durch eineneue Staatseinrichtung, sondern durch solche Maßregeln, welcheimmer nur für kurze Zeit ausreichten.

Diese Verhältnisse liegen der Geschichte von Syrakus währendder ersten dreihundert Jahre derselben zu Grund. Erst gegen dasEnde dieser Zeit verschwanden die Vorrechte des dorischen Adels,und der Gang der syrakusanischcn Geschichte erhielt eine andereGestalt. Ein Hauptmittel, mit welchem die regierende Klasse sichlange geholfen hatte, war die Gründung von Colonieen gewesen,durch die man von Zeit zu Zeit sich von den Unzufriede-nen befreite, und die zugleich den Handel und die Macht derStadt erweiterten. Um das Jahr 484 vor Christo erlag der