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Erster Band.
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Griechen. Athen vor den Perser-Kriegen. 299

keit, als die ionischen Staaten Kleinasiens nnd die von diesen ge-gründeten Colonieen an Macht und Reichthum zunahmen.

Auf die Regierung hatten schon früh die Adelsgeschlechter oder,wie sie in Athen hießen, die Eupatriden einen Einfluß gehabt;dieser nahm im Laufe der Zeit zu, und die monarchische Form wichimmer mehr der aristokratischen; denn ein Theil der adeligen Fa-milien war schon seit der heroischen Zeit im erblichen Besitz vonPriesterwürden, und hatte dadurch großen Einfluß, die Könige aberkonnten weder von den benachbarten dorischen Staaten Unterstützungerwarten, noch auch sich Leibwachen halten, um ihre Macht durchWaffengewalt zu schützen. Da nun andererseits die ionischen Co-loniecn, welche schon früh Freistaaten wurden, mit ihrer Mutter-stadt in Verbindung blieben, und Athen stets inehr durch bürger-liche Betriebsamkeit als durch Kriegsmacht glänzte, so wurde auchdurch diese Verhältnisse die monarchische Regierung der Stadt im-mer mehr der republikanischen Form genähert. Auf diese Weiseverlor die königliche Macht nach und nach ihr Ansehe» nnd ihreBedeutung, und mußte endlich einer förmlichen Aristokratie Platzmachen. Man hob nämlich zuerst (752 v. Chr.) die Erblichkeitund den lebenslänglichen Besitz derArchontcn-Würde auf, und ver-fügte, daß jeder Archon nur durch Wahl zu dieser Würde gelangenkönne, dieselbe nur zehn Jahre lang behalten dürfe, nnd nach derNiederlegung seines Amtes Rechenschaft schuldig sei. Die Archon-tcn wurden anfangs noch aus den Nachkommen des Kodrus ge-nommen, bald aber wählte man sie unter allen Eupatriden ohneAusnahme. Im Jahre 682 v. Chr. ging man noch weiter; eswurde nämlich damals festgesetzt, daß in Zukunft statt eines einzigenArchonten immer neun zugleich herrschen, und diese ihr Amt nurEin Jahr lang behalten sollten. Die neun Archonten wurden ausden Eupatriden gewählt; drei von ihnen führten die eigentlicheRegierung, während die sechs übrigen die Gerichte leiteten. DieLetzteren hießen Thesmotheten (d. i. Revisoren und Beaufsich-tiget: der Gesetze); diedrei Ersteren dagegen waren durch höheren Rangvor diesen ausgezeichnet, und hatten jeder einen besonderen Titel:der erste hieß Archon eponpmos d. h. der den Namen gebendeArchon, weil in Athen ebenso nach ihm, wie in Rom nach den bei-den Consuln, das Jahr benannt wurde; er war der vornehmste der