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Griechen. Athen vor den Perser-Kriegen.
sowie über Brandstiftung und Giftmischerei richtete, und von jehermit einem Schein religiöser Heiligkeit umgeben gewesen war. Solonhatte den Areopagus noch ehrwürdiger und angesehener gemacht,weil er sich desselben bedienen wollte, um der leicht in Zügellosig-keit ausartenden Volksherrschaft ein oligarchisches Gegengewicht zugeben. Er ließ demselben also jene Gerichtsbarkeit, und machte ihnaußerdem zum Wächter der Verfassung und der Sitten. Worindie von Solon dem Areopagus übertragene Gewalt im Einzelnenbestand, läßt sich nicht genau angeben, und vielleicht war dies vonSolon selbst absichtlich unbestimmt gelassen worden. Der Areopagushatte wahrscheinlich bei außerordentlichen Fällen in allen allge-meinen Staatsangelegenheiten eine entscheidende Gewalt, und bil-dete außerdem eine Art von Censur- und Oberpolizei-Behörde,welche über die Religion und die Sitten zu wachen hatte. Na-mentlich beaufsichtigte er die moralische Erziehung der Jugend,suchte den Lurus und die Schwelgerei zu hemmeu, untersuchte denErwerb, durch welchen die einzelnen Bürger sich ernährten, u. dgl.m.Seine gerichtlichen Sitzungen wurden bei Nacht und im Dunkelngehalten, damit die Richter nicht durch die Mienen deS Beklagtenbestochen würden; der Ankläger mußte einen furchtbaren Eid schwö-ren, daß er keine falsche Anklage beabsichtige; ihm und dem Be-klagten waren in ihren Vortrügen alle nicht zur Sache selbst ge-hörenden Wendungen und alle auf die Erregung des Gemüths undder Leidenschaften berechneten Redekünste verboten; die ganze Ver-handlung aber hatte etwas sehr Feierliches und Ehrfurcht Er-weckendes.
Dies sind die wesentlichen Theile der Verfassung, welche Solondem athenischen Staate gab, und um die sich in der folgendenZeit die innere Geschichte Athen's dreht. Außerdem erließ Solonnoch viele einzelne Gesetze für das Privatleben der Bürger, welchedas eigentliche Ziel seiner Bestrebung zu erkennen geben, und vondenen deswegen einige angeführt werden müssen. Wer sich demKriegsdienste entzog oder feige den ihm angewiesenen Posten ver-ließ, verlor die activen Bürgerrechte; dagegen wurden die Kinderder im Kriege Gebliebenen auf Kosten des Staats erzogen. Weilin einer demokratischen Republik Parteiungen unvermeidlich sind,und es ebendeshalb in ihr mehr als in jedem anderen Staat