Band 
Erster Band.
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g>2 Geschichte der alten Welt.

Schaden bringt, wenn die Besseren sich von denselben fern halten,so verordnete Solon bei Strafe der Verbannung, daß bei innerenUnruhen jeder Bürger sich für eine bestimmte Partei erklären müsse.Jeder Athener war ferner verpflichtet, dem Areopagus, so oft der-selbe es verlangte, über seinen Erwerb Auskunft zu geben, und derMüßiggänger wurde von diesem bestraft. Allen Eltern war ge-boten, ihre Kinder irgend ein Geschäft erlernen zu lassen; die Kin-der aber mußten bei Strafe des Verlusts der höheren bürgerlichenRechte ihre dürftigen Eltern ernähren, wenn sie nicht nachweisenkonnten, daß diese die Erfüllung jener Pflicht versäumt hatten. Be-stimmte Lurusgesetze beschränkten den Putz der Frauen, die Prachtder Leichenbegängnisse und andere Ausartungen der Eitelkeit.

Diese Verfügungen Solon's und seine Einrichtung der Ver-fassung zeigen, daß er aus seinen Mitbürgern nicht, wie Lykurg,ritterliche Krieger, sondern ein gewerbthätiges, durch den Fleiß sei-ner Hände und durch Verkehr und Handel aufblühendes Volk zumachen strebte, welches gleich den Spartanern sein Gemeinwesenliebe, aber sich durchaus selbst regiere, und durch den fast gleichgroßen Antheil Aller seine Geisteskräfte rege erhalte und entwickele.Die Bürger Athen's, deren Zahl man in der späteren Zeit aufetwa zwanzigtausend anschlagen kann, waren durch die Verfassungselbst in den Stand gesetzt, in demokratischer Weise sich selbst zuregieren, während dies in einer Handelsstadt der neueren Zeitschwerlich würde geschehen können; denn die Verhandlungen derVolksversammlung, die große Zahl der Richter und Beamten undder stete Wechsel durch jährliche Wahlen bildeten fast jeden Athenerzu einem Kenner der Verwaltungs- und Regierungsgrundsätze aus,und verbreitete unter allen Klassen politische Einsicht und die Kennt-niß der Verhältnisse. Freilich hatte dies auch seine Schattenseite,indem später die größere Masse der Athener in Sophisten und Ad-vokaten umgewandelt ward; aber dagegen wurde andrerseits derGeist derselben so sehr entwickelt, daß in Athen die Bildung ineinem Grade und Umfang sich verbreitete, wie sie bei keinem anderngrößern oder kleineren Volke jemals vorkam.

Die Solonische Verfassung war eine Demokratie, durch welchedie bisherige Aristokratie der alten Geschlechter umgestoßen wurde;allein Solon hatte ihr doch von dieser soviel beigemischt, als zu